Neumünster : Chance auf bis zu 4500 Arbeitsplätze

Für das neue Gewerbegebiet an der A7 gibt es einen Interessenten aus der Logistikbranche. Für die Stadt könnte dies bis zu 4500 neue Arbeitsplätze bedeuten.

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27. September 2012, 12:01 Uhr

Neumünster | In der Ratsversammlung bestätigte Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras am Dienstagabend die Anfrage eines großen Unternehmens aus der Internet-Versandhandelsbranche, wollte den Namen des Interessenten aber nicht nennen. Gerüchten zufolge soll es sich dabei um den amerikanischen Internet-Giganten Amazon handeln.
Die Ansiedlung eines Unternehmens dieses Typus gehe in der Regel mit der Schaffung von rund 1500 bis 2000 festen Arbeitsplätzen einher, verriet Tauras in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP. Saisonal könnte der Personalstamm durch Aushilfs- und Teilzeitkräfte auf bis zu 4500 Mitarbeiter steigen, stellte Tauras in Aussicht. Der Standort Neumünster-Nord biete sehr gute Voraussetzungen für das Unternehmen, das Planungsverfahren für das Gewerbegebiet werde von der Stadt daher "mit oberster Priorität" vorangebracht, sagte der OB.
Resolution gegen die geplante Erweiterung von Dodenhof
Ohne die Stimmen der FDP verabschiedete der Rat eine Resolution gegen die geplante Erweiterung von Dodenhof in Kaltenkirchen. Das einstige Möbelhaus an der A7, das längst auch Bekleidung und verwandte Sortimente anbietet, will seine Verkaufsfläche um 19.000 Quadratmeter auf dann insgesamt knapp 70.000 Quadratmeter erweitern. Allein 11.000 Quadratmeter sollen dabei solchen Sortimenten vorbehalten sein, die üblicherweise in Innenstädten angeboten werden. Viel zu viel für ein Mittelzentrum wie Kaltenkirchen, meint die Ratsversammlung und appelliert an das Land, die Erweiterungspläne zu stoppen.
CDU-Fraktionschefin Sabine Krebs erinnerte an das Versprechen aus dem Landesentwicklungsplan, die Innenstädte zu stärken und den Oberzentren im Lande die überregional wichtigen Versorgungsfunktionen zuzuordnen. Davon dürfe auch im Mittelzentrum Kaltenkirchen nicht abgewichen werden. "Würde das Land zustimmen, würde sich Neumünster irgendwann im Gewerbegebiet von Kaltenkirchen wiederfinden", mahnte Krebs unter dem Beifall der Ratsmehrheit.
Enttäuscht wurde, wer wegen der Neuordnung der Schullandschaft in die Ratsversammlung gekommen war. Weil viele Schulen erst kurzfristig von gravierenden Einschnitten oder gar ihrer Schließung erfahren hätten, gebe es noch "viele ungeklärte Fragen", begründete Sighild Klamt (CDU)den gemeinsamen Antrag, das Thema zu vertagen.

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