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Landtagswahl : CDU stärkste Partei – Fehrs gewinnt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wolf Rüdiger Fehrs holt das Direktmandat / Kirsten Eickhoff-Weber zieht in letzter Sekunde noch über die Liste ein

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2017 | 07:45 Uhr

Neumünster | Es war ein unglaublich spannender Wahlabend in Neumünster. Erst gegen 21 Uhr Uhr stand fest: Die CDU ist die stärkste Kraft in Neumünster. Und bei den Erststimmen kam noch später die Wende: Überraschend holte Wolf Rüdiger Fehrs (50) für die CDU das Direktmandat und zieht in den Landtag ein. Er bekam in Neumünster und Boostedt 691 mehr Stimmen als Kirsten Eickhoff-Weber (56) von der SPD.

Die hatte 2012 dem amtierenden Landtagspräsidenten Torsten Geerdts das Mandat abgeknöpft und ihn damit in den politischen Ruhestand geschickt. Gestern Abend drohte ihr, nur fünf Jahre später, das gleiche Schicksal: Es war bis Redaktionsschluss nicht sicher, ob ihr Listenplatz 14 reichen würde, um sie wieder in den Landtag zu ziehen. Mitten in der Nacht stand dann fest: Es gibt Ausgleichsmandate, davon eines für die SPD - und damit ist Eickhoff-Weber doch wieder drin.

Zunächst hatte es am Abend noch anders ausgesehen. Nach Auszählung der ersten Wahlbezirke lag Eickhoff-Weber relativ klar vorn. Dann holte Fehrs Punkt für Punkt auf, überholte sogar, lag zeitweilig mit 30 Stimmen vorn. Dann kam die Sozialdemokratin noch einmal zurück, aber alle drei Briefwahlbezirke gewann der Christdemokrat und holte sich die Führung zurück. Als die Stadt komplett ausgezählt war, hatte Fehrs genau 181 Stimmen Vorsprung – und dann kam noch Boostedt.

Das Kunststück, für die CDU in Neumünster ein Landtagsmandat direkt zu gewinnen, war vor Wolf Rüdiger Fehrs nur zweimal gelungen: 1975 durch Herbert Gerisch und 2009 durch Torsten Geerdts.

Bei den Zweitstimmen legte die CDU in Neumünster gegenüber der Landtagswahl 2012 zwar nur leicht zu, aber die SPD verlor rund 5,5 Punkte. Das reichte, um stärkste Partei in Neumünster zu werden. Allerdings holte die CDU hier etwa 3,5 Prozentpunkte weniger als im Landesschnitt. Die SPD wiederum war in Neumünster rund zwei Prozentpunkte besser als auf Landesebene. Die Grünen und die FDP schnitten in Neumünster einen Tick besser ab als auf Landesebene.

Einen Achtungserfolg erzielte die Alternative für Deutschland (AFD): Die Rechtsausleger holten in Neumünster 7,66 Prozent und waren damit deutlich besser als im Land (5,9 Prozent).

Die Neumünsteraner Grünen spekulieren ein bisschen auf ein Landtagsmandat: Ihre Kandidatin Aminata Touré steht auf Platz 11 der Landesliste, und zehn Bewerber sind drin. Wenn die Grünen wieder in die Landesregierung eintreten und beispielsweise Monika Heinold wieder Ministerin wird, würde sie (nach den Regeln der Grünen) vermutlich ihr Mandat zurückgeben. Dann könnte Aminata Touré nachrücken.

Weitere Berichte auf den Seiten 10 bis 11
und in der morgigen Ausgabe

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