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Vicelinviertel : CDU fällt mit Idee „Grünachse“ durch

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Bauausschuss widmete der Sanierungsplanung im Vicelinviertel eine Extra-Sitzung. Die Ansprache privater Eigentümer bleibt ein schweres Geschäft.

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erstellt am 10.Okt.2015 | 09:00 Uhr

Neumünster | Seit 1999 ist das Vicelinviertel ein förmliches Sanierungsgebiet. Wohl noch vier Jahre fließen die Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss widmete dem Thema am Donnerstag sogar eine Extrasitzung im Bildungszentrum der Vicelinschule.

Der neue Schulbau selbst ist ein Beleg dafür, dass sich durch Städtebaufördermittel einiges bewegen lässt. Doch von vielen Sanierungszielen hat sich die Politik inzwischen verabschiedet. Gerade die Verbesserung der privaten Immobiliensubstanz ist und bleibt ein schwieriges Feld. „Das ist harte Arbeit mit viel Klinken putzen“, sagte Stadtplanerin Sabine Schilf. Die Stadt könne niemanden zwingen, die Städtebauförderung nur Anreize setzen.

„Ich sehe das kritisch. Eine soziale Durchmischung wie in der Böcklersiedlung ist im Vicelinviertel noch nicht gelungen“, sagte Helga Bühse (CDU), die für den verhinderten Ausschussvorsitzenden Axel Westphal (SPD) die Sitzung leitete. Sabine Schilf wäre schon froh, wenn 20 oder auch nur 10 Eigentümer die Förderangebote aufgreifen. Die Stadt kann nur dort Mittel anbieten, wo ein hoher oder mittlerer Erneuerungsbedarf besteht. Förderfähig sind nur umfassende Sanierungen, nicht etwa einzelne Fassaden-Verschönerungen.

Ein erheblicher Teil aus dem Gesamtfördertopf von 3,6 Millionen Euro bis 2019 ist schon verplant, erfuhren die Ausschussmitglieder von Stadtplaner Bernd Heilmann. Allein der Umbau der alten Textilfabrik („Ribsteinhalle“) für die Aktion Jugendzentrum (AJZ) ist mit 2 Millionen Euro veranschlagt, für die Außenanlagen sind 500  000 Euro Städtebaufördermittel im Ansatz.

„Das neue AJZ ist unstrittig ein ganz wichtiges Projekt für Neumünster“, sagte Helga Bühse. Allerdings will sich die CDU in den wenigen verbleibenden Jahren auf bestimmte Maßnahmen konzentrieren, etwa an der Christianstraße und Kieler Straße. Zu den Vorschlägen in ihrem Änderungsantrag gehört auch, einen Teil der Freifläche beim neuen AJZ für sportliche Aktivitäten der älteren Jugendlichen vorzuhalten. Außerdem schlägt die CDU eine „durchgehende Grünachse“ von der Freifläche an der Kieler-/Anscharstraße (AJZ) über den Abenteuerspielplatz an der Vicelinstraße bis zum Bürgergarten am der Christianstraße vor. Dafür müssten das Gelände des früheren Sky-Marktes und andere private Grundstücke von der Stadt gekauft werden.

Doch mit dieser Idee fiel die CDU durch. „Das würde nicht funktionieren und wäre rausgeworfenes Geld“, sagte Ausschuss-Neuling Elke Christina Roeder (SPD) und verwies wie auch Stadtplaner Bernd Heilmann auf den Grundsatz der Gleichbehandlung. „Der Fördergeber sagt ganz klar: Alle müssen gleich behandelt werden. Es wäre fragwürdig, wenn die Stadt sagt: ‚Wir fördern die Gebäudesanierung nicht‘“, so Heilmann.

Auch beim Stichwort Hofgestaltung und beim Verfügungsfonds über 30  000 Euro für kleinere Projekte im Viertel gab es politischen Disput. Die CDU möchte keine Fördermittel für die Innenhöfe freimachen, es sei denn, sie werden als grüne Oase gestaltet. Und den Fonds lehnt die CDU ab. Auf Antrag könnten Mittel für einzelne Maßnahmen von den Gremien der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Das widerspricht aber den Stadtbauförderrichtlinien, erfuhr die CDU von den Stadtplanern. Der Änderungsantrag der CDU wurde überstimmt. Die Entscheidung trifft die Ratsversammlung. 

 

 

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