Kunstflecken : Carminho sang von Wehmut und Weltschmerz

Maria Andrade lebt ihre Musik: Die Zuschauer hatten Gänsehaut.
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Maria Andrade lebt ihre Musik: Die Zuschauer hatten Gänsehaut.

Portugiesische Sängerin bezauberte über 300 Zuschauer in der Werkhalle mit ihrer Leidenschaft.

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29. September 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | Die Konzertreihe des Kunstfleckens in der Werkhalle endete am Sonnabend mit einer Sensation: Die bekannte Sängerin Carminho trat auf. Sie singt den portugiesischen Musikstil Fado.

„Ein Gänsehaut-Highlight“ des Kunstfestivals nannte Johanna Göb, die Leiterin des Kulturbüros, das Konzert. Zu Recht: Die Portugiesin Maria Andrade (30) hielt ihre leidenschaftliche innere Bewegung nicht zurück, und so konnten die über 300 Zuschauer an ihrem Gesicht und ihrer Körpersprache ablesen, worum es im Fado geht. Von Weltschmerz, Einsamkeit und Wehmut erzählte Carminho, und das mit einer Sehnsucht in der Stimme, die wohl keinen Zuschauer unberührt ließ. Mit einem überwältigenden körperlichen Ausdruck zeigte sie, wovon sie sang. Mal spiegelte sich herber Schmerz im Gesicht, mal ließen Hoffnung und Flehen den Körper erbeben.

„Man sieht die Kraft, die sie in ihre Lieder legt. Diese Stimme, die nur von Gitarren begleitet wird – einfach toll!“, meinte die Besucherin Beate Corniels aus Neumünster. Und Marita Corniels fügte hinzu: „Sie macht die Emotionalität deutlich spürbar.“

Fado ist portugiesisch und bedeutet Schicksal. Carminho selbst erklärte: „Fado ist etwas Ursprüngliches, das direkt
vom Herzen kommt.“

Seit zwei Jahren hat Johanna Göb versucht, Carminho für Neumünster zu gewinnen. Der Fado-Star füllt weltweit riesige Hallen und macht gerade eine Tournee durch Europa. Agnes Trenka vom Kulturbüro teilte mit: „Das Konzert war in Kürze ausverkauft, wir hätten die dreifache Menge an Plätzen verkaufen können.“

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