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Bahnhofstrasse : Café Jerusalem plant wieder ein Fest

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

9600 Mittagessen gingen im vergangenen Jahr an der Bahnhofstraße 44 über den Tresen.

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erstellt am 02.Apr.2016 | 17:00 Uhr

Neumünster | Die Finanzen im Café Jerusalem sind wie stets auf Kante genäht. Aber der Leiter Andreas Böhm und seine Mitstreiter haben gelernt, damit umzugehen. „Wir können in dieser Spannung leben“, sagt Böhm und nennt es „gut, in den Dialog zu gehen, für das Geld zu beten und die Menschen zu überzeugen, für die Bürger in Neumünster und Umgebung etwas zu tun.“

Seit 1994 ist das Café an der Bahnhofstraße 44 eine Begegnungsstätte für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und mit ihrem Leben allein nicht zurecht kommen. Gut 9600 Mittagessen gingen im Café im vergangenen Jahr über den Tresen. „Für unsere Klientel ist es nicht nur wichtig, hier zu essen und zu trinken. Sie haben hier ihre soziale Familie, gehen zum Gottesdienst, zu den Gesprächskreisen und nutzen die medizinischen Angebote“, sagt Andreas Böhm.

Seit der weitgehenden Umstellung auf einen ehrenamtlichen Betrieb 2008 ist das Café nur noch montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet und gibt zu diesen Zeiten ein Frühstück, Mittagessen und Kaffee aus. Für das Wochenende können die Besucher Lebensmittelkisten beziehen. Im „Lädchen“ gibt es gegen eine Spende Kleidung, Hygieneartikel und Haushaltswaren. Weitere Projekte sind der Gesprächsdienst und die Straßenzeitung „Jerusalemmer“, die jeden Monat in einer Auflage von 1000 Stück erscheint. „Wir machen das nicht für uns, sondern als Selbsthilfeprojekt für die zurzeit sieben Verkäufer“, sagt Andreas Böhm und nennt auch das wichtige „Hausmeisterteam“ – die sieben ehrenamtlichen Helfer dort halten die gesamte Einrichtung in Schuss.

Rund 150  000 Euro beträgt der Jahresetat, der sich zu drei Vierteln aus Spenden von Privatleuten und Firmen zusammensetzt. 10 Prozent steuern die Gemeinden des Kirchenkreises und der Freikirchen bei, den Rest gibt die Stadt als Zuschuss. Zur Hochphase der Flüchtlingskrise im Sommer und Herbst 2015 „hatten wir Sorge, überrannt zu werden“, sagt Andreas Böhm. Das Café Jerusalem liegt zentral in Bahnhofsnähe. Es war bekannt, dass es hier keine Massenverpflegung gibt und man nicht anstehen muss. Das brachte neues Publikum, aber das gab sich im Dezember auch schon wieder, berichtet Böhm. Zu den Planungen für dieses Jahr gehört auch ein Sommerfest. Zuletzt wurde 2014 auf dem Großflecken das 20-jährige Bestehen gefeiert, am 2. Juli soll es von 14 bis 18 Uhr auf dem Parkplatz hinter dem Café für alle Freunde der Einrichtung wieder etwas kleiner und bescheidener zugehen. Ehrgeizig und immer noch Zukunftsmusik ist das Projekt eines „Lebenshaus Jerusalem“ genannten Therapiehauses mit einem Wohnbereich und angeschlossener Landwirtschaft.  
 

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