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Aldi Nord : Butter-Streit: Zehn Minuten vor Gericht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Neumünsteranerin hatte gegen Aldi Nord geklagt – gestern lenkte das Unternehmen vor dem Amtsgericht kuzrfristig ein.

Neumünster | Weil die Neumünsteranerin Ruth Rockenschaub (60) ganz genau wissen wollte, was mit ihrer Butter tatsächlich los war, wagte sie einen Rechtsstreit mit dem Discounter Aldi. Gestern lenkte Aldi vor dem Amtsgericht Neumünster kurzfristig ein. Zuvor hatte das Unternehmen die Herausgabe der Laboranalyse abgelehnt, aber gestern sagte es dann plötzlich doch zu.

Das Unternehmen habe seiner Mandantin den verlangten Prüfbericht erst am Vorabend des für gestern angesetzten Gerichtstermins ausgehändigt, berichtete der Anwalt der Kundin, Cornelius Knappmann-Korn. Die Verhandlung am Amtsgericht war deshalb nach nur zehn Minuten beendet. Die Richterin akzeptierte das Angebot des Discounters, die Gerichtskosten freiwillig zu übernehmen.

Die Klägerin und die Verbraucherorganisation Foodwatch waren eher enttäuscht. Sie hatten ein Grundsatzurteil zu den Informationsrechten der Verbraucher bei verdorbenen Waren erhofft. Diese Frage bleibe nun offen, da das Gericht mit der Kostenübernahme durch Aldi nicht mehr in der Sache habe entscheiden müssen, sagte gestern ein Sprecher von Foodwatch.

Ruth Rockenschaub hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr zwei Stücke verdorbene Butter in einem Aldi-Markt in Neumünster gekauft und davon gegessen. Der Geschmack war „ätzend“, so die 60-Jährige. Dann habe seine Mandantin wissen wollen, was mit dem Speisefett tatsächlich losgewesen sei, sagte der Anwalt. Aldi habe der Frau jedoch zunächst den Einblick in die Ergebnisse seiner Laboranalysen der irischen Butter verweigert. Stattdessen habe die Frau ein Präsent bekommen.

Wegen der Bedeutung des Falls für den Verbraucherschutz hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch nach eigenen Angaben für die Klägerin zunächst die Kosten für den Gang vor Gericht übernommen.

Der Discounter hatte zuvor in einer Mitteilung darauf hingewiesen, dass das Unternehmen nicht verpflichtet sei, Verbrauchern Laboruntersuchungen zugänglich zu machen.

Aldi versicherte, dass die Gesundheit der Kunden zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. Das Unternehmen habe in Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten unverzüglich alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um die betroffenen Partien aus dem Verkauf zu nehmen und künftige Qualitätsprobleme auszuschließen, hieß es.

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