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Regionaler Nahverkehrsplan : Busverkehr steht auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gutachter erteilen einer neuen Linie um den Ring eine Absage.

Neumünster | Lange hat es gedauert, doch nun liegt der Entwurf für den 3. Regionalen Nahverkehrsplan der Stadt vor. Das Gutachten der Karlsruher PTV Transport Consult analysiert auf 80 Seiten das derzeitige Busangebot und gibt auch Empfehlungen für Verbesserungen, etwa bei der Linienführung. Viele Vorschläge kamen aus den Stadtteilbeiräten oder auch vom Seniorenbeirat und Behindertenbeauftragten. Sie sollen erneut breit beteiligt werden, wenn die Ratsversammlung am 18. Juli den Entwurf beschließt.

Grundsätzlich stellen die Gutachter fest, dass der Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs mit 5,7 Prozent für ein Oberzentrum sehr klein ist. Betrachtet man nur den Bus, sind es sogar nur 3,5 Prozent. Der motorisierte Individualverkehr hat – auch aufgrund der günstigen Parkmöglichkeiten – einen hohen Anteil von 52,4 Prozent. Der Anteil der Radfahrer ist mit 15,6 Prozent hoch, 26,3 Prozent der Wege werden zu Fuß zurückgelegt.

Positiv bewerten die Gutachter die Beförderungszeiten und die „konsequent radiale Ausrichtung“ der bestehenden Buslinien vom Zob in die Stadtteile. Die Umsteigemöglichkeit am Zob sei sehr wichtig, ebenso die Lage direkt im Zentrum und am Bahnhof. So ist die Verbesserung der Verknüpfung zwischen Bus und Bahn, wie die Barrierefreiheit, ein grundsätzliches Ziel der Stadt beim Nahverkehrsplan.

Eine klare Absage erteilen die Gutachter einer seinerzeit vom Seniorenbeirat vorgeschlagenen Ringlinie um die Innenstadt herum. Ihr Betrieb brächte Mehrkosten von bis zu 500  000 Euro im Jahr. Es sei „bei weitem nicht zu erwarten, dass die Erlöse die Kosten decken“, heißt es im Gutachten. Dafür müsste die Linie täglich 1300 Fahrgäste, das sind etwa 40 pro Tour, haben.

In Tungendorf geben die Gutachter eine klare Ja-Empfehlung für eine neue Linienführung, die die Rotdorn- und Vogelbeerallee ausspart und direkt vom Rüschdal in die Preetzer Landstraße führt. Dafür müssten allerdings Einbauten im verkehrsberuhigten Teil des Rüschdals beseitigt werden.

Abzuwägen sei aber auch die Beibehaltung der Linien 2 und 22 oder auch der Vorschlag aus dem Stadtteilbeirat, der ab Wookerkamp eine Linienführung über die Preetzer Landstraße, Kieler Straße und Wilhelminenstraße zum Helmut-Loose-Platz vorsieht. Die Stadtwerke merken dazu an, dass das Linksabbiegen von Bussen aus der Preetzer Landstraße in die Kieler Straße wegen des starken Verkehrs auf der Kieler Straße nur schwer möglich sei und dort die Mittelinsel entfernt und eine Ampel aufgestellt werden müsste.

Zustimmung der Gutachter findet der Vorschlag für die Gartenstadt, dass der Tierpark künftig über die Linie 4 statt die Linie 16 angefahren werden soll. Tierparkbesucher hätten dadurch eine höhere Taktdichte, zudem könne die DRK-Klinik Hahnknüll regelmäßig mit allen Fahrten bedient werden.

Weitere Haltestellen auf der Linie 4 am Hansaring und in der Geerdtsstraße würden den Stadtwald, das Städtische Stadion und die Bahnlinie der Nordbahn an den ÖPNV anbinden. Das sei für die Fahrgäste ein „deutlicher Mehrwert“. Durch die zusätzlichen Haltepunkte „können Neukunden angesprochen werden. Für den Tierpark ist schon heute ein Kombi-Ticket (Fahrschein und Tierpark-Eintritt) verfügbar“, heißt es im Gutachten. Empfohlen wird daneben, bei den Holstenhallen einen sogenannten „Rendezvouspunkt“ einzurichten, an dem sich die Linien 5 und 16 treffen. Fahrgäste aus der Gartenstadt könnten so in die Linie 5 zum A+B-Center umsteigen.

 

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erstellt am 26.Jun.2017 | 08:00 Uhr

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