Nicht nur wegen Corona : Busfahrer in Neumünster erhalten Spuckschutz

Busfahrer Ersun Soguk ist zufrieden mit der neuen Trennwand, die nicht nur vor Krankheiten, sondern auch vor Übergriffen schützen soll.
Busfahrer Ersun Soguk ist zufrieden mit der neuen Trennwand, die nicht nur vor Krankheiten, sondern auch vor Übergriffen schützen soll.

Die neuen Trennwände sollen auch vor Übergriffen schützen. Die Maskenpflicht ab Mittwoch wird konsequent überprüft.

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26. April 2020, 14:01 Uhr

Die im Linienbetrieb in Neumünster eingesetzten Busse der Stadtwerke (SWN) sollen mehrfach fest vernietete, entspiegelte und Tüv-geprüfte Trennwände für die Busfahrer erhalten. Derzeit ist bereits ein Prototyp im Einsatz. „Wir machen das nicht nur wegen der Corona-Pandemie, sondern auch, um unsere Mitarbeiter vor anderen Krankheiten und Übergriffen zu schützen. Die Grippe-Welle gibt es schließlich jedes Jahr“, sagt Fahrdienstleiter Matthias Schmidt. SWN-Sprecher Niklas Grewe ergänzt: „Das ist kein Schnellschuss, sondern eine nachhaltige Investition.“

Einstieg vorne wird wieder möglich

Reihum durften so viele Mitarbeiter wie möglich die Neuerung testen. Am Montag sollen alle ihre Meinung und Anregungen abgeben. „Es geht vor allem auch um Sicherheitsaspekte. Die Spiegel müssen alle gut einsehbar bleiben, auch der Abbiege-Assistent muss erkennbar sein“, erklärt Schmidt. Gibt es keine Bedenken, sollen die Trennwände möglichst schnell gemeinsam mit dem Bushersteller Evo-Bus eingebaut werden – dann ist es auch wieder möglich, vorne in die Busse einzusteigen. „Wir wären dann in Schleswig-Holstein das erste Unternehmen, das einen solchen Schutz verwendet“, sagt Schmidt. Busse, die die SWN künftig beschaffen, sollen die Wände bereits ab Werk eingebaut haben.

Wer keine Maske trägt, muss nicht befördert werden

Auf eine wichtige Sache macht außerdem Niklas Grewe aufmerksam: Ab Mittwoch gilt auf Anweisung der Landesregierung für Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. „Die Busfahrer müssen das nicht“, betont Grewe. Sie haben allerdings das Hausrecht in den Fahrzeugen und dürfen Personen, die die Masken nicht tragen, nicht befördern.

Wir hoffen da auf die Einsicht aller Betroffenen. Es geht schließlich um die Gesundheit von allen. Niklas Grewe
 

Sonderfahrplan gilt auch weiterhin

Anders als in den meisten anderen Städten gilt in Neumünster in enger Abstimmung mit der Stadt vorerst weiterhin der Sonderfahrplan. Der Grund: Es wurden zwei Mitarbeiter-Teams gebildet, die sich nicht begegnen sollen, damit für den Fall einer Quarantäne nicht der gesamte Busverkehr in Neumünster lahmgelegt wird.

„Wir überprüfen täglich alle unsere Maßnahmen. Stellen wir zum Beispiel fest, dass eine Linie zu einer bestimmten Zeit besonders frequentiert wird, setzen wir dann dort einen größeren Gelenkbus ein. Das klappt alles reibungslos“, so Schmidt.

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