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„Neumünster singt und spielt“ : Buntes Musik-Spektakel begeisterte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

1500 Zuschauer erlebten beim 17. Festival kreative Auftritte, mitreißende Tänze und furiose Konzert-Stücke.

shz.de von
erstellt am 14.Mär.2016 | 07:30 Uhr

Neumünster | Allerliebste Schmetterlinge und Hexen, wildgewordene Nonnen, glamouröse Schlagerdiven und freche Löwenkönige stürmten mit Temperament die Bühne: Es waren vor allem die Nachwuchskünstler, die am Wochenende beim 17. Chor- und Musikfestival „Neumünster singt und spielt“ die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberten. Rund 900 Akteure vom Schulkind bis zum Sänger-Opa präsentierten in drei Aufführungen ein buntes Potpourri und demonstrierten vor 1500 Zuschauern mit facettenreichen und fantasievollen Liedern und Tänzen ihre Leidenschaft für die Musik.

„Feeling good“: Schmissig verkündete die Bigband der Immanuel-Kant-Schule zur Eröffnung das Motto des Festivals. Dann drehte sich das Menschenkarussell zwischen Festsaal und Bühne. Ob melodiöses Musical, fescher Schlager, betörender Gospel, fröhliche Volksweisen, zünftige Blasmusi oder afrikanisches Gebet – bei diesem Musik-Marathon gab es für jeden Geschmack etwas auf die Ohren. „Diese Veranstaltung strahlt weit über die Stadt hinaus, ein großartiges kulturelles Angebot“, lobte Ratsfrau Babette Schwede-Oldehus, die für Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth den goldenen Notenschlüssel der Festivalgemeinschaft entgegen nahm.

Hinter der Bühne große Aufregung: „Pssscht, ab jetzt ist der Mund zugenäht.“ Beim Betreten des Backstage-Wartebereichs hatten die Lehrerinnen der Vicelinschule am Sonnabend einen Sack kleiner Flöhe zu hüten. 90 quirlige Grundschulkinder fieberten ihrem Auftritt entgegen und ernteten Füßetrampeln. Mit Rhythmus-Instrumenten und Klangsteinen ließen sie Hexen und Schmetterlinge tanzen und sangen entzückend den Frühling herbei. 90 Alexander-von-Humboldt-Schüler munterten eine von Konferenzen und Korrekturen frustrierte Lehrerin auf und krönten ihren Lehrer Dr. Wilfried Schlüter („Illegal 2001“) mit dem Pop-Song von Namika zum „Lieblingsmenschen“ – inklusive Stofftier-Kanonade. Fröhlichen Charme versprühten die Co-Gi-Kids von Cosima Heumann und der Band Sir Round: Erfrischend kreativ sangen sie eigene Songs über Liebesgeständnisse und Mobbing. Überschäumende Lebensfreude verbreiteten am Sonntag Stein-Schüler unter Leitung von Jan-Paul Reimers mit dem Lichtblick-Chor, zeigten tolle Akrobatik und ließen Welt-Luftkugeln zu den Zuschauern schweben – zu „What a wonderful world“.

Aber auch die „Gestandenen“ machten eine gute musikalische Figur. Das erste Füßetrampeln erntete der Luther-Chor, der gänsehautmäßig und archaisch flehend „Adiemus“ sang. Einigkeit Wittorf sang am Sonntag mit viel Rhythmus das afrikanische Friedenslied „Yakanaka Vhangeri“. Die „Paloma“-Sänger ließen die Nordseewellen trecken; norddeutsche Mundart zelebrierte Stefanie Steup glamourös mit den „Shapes in Motion“. Nach Welthits sang sie witzig von dem, was Frauen bewegt – Schuhe („nie im Schiet“), „Klunkers“ („Diamonds“) und „Mannslüüd“ – mit tanzenden Nonnen.

Echte Hingucker: Die Bahar-Tänzerinnen entführten mit Hüftschwung und Schleiern in den Orient, die Outlaw-Dancer in den wilden Westen, die „Celtic Dancer“ entfachten ein klackerndes Schuhgewitter. Solisten wie Sängerin Christina Heeschen, Profi-Geigerin Geraldine Galka oder Familie Petersen mit Stimmtalent Jonah waren die I-Tüpfelchen. Schwer beschäftigt war Hans-Georg Wolos – als musikalischer Leiter, als Begleiter und als Solist: Er beeindruckte mit der emotionsgeladenen Prelude cis-Moll 102 von Rachmaninow.

„Richtig schön bunt, es ist ganz toll, dass die Kinder und Großen, die nicht Profis sind, hier zeigen können, was sie beherrschen“, lobte Ula Sleimann aus Neumünster.

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