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Christoph Soldan : Bunter Teller mit Musik und Literatur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Christoph Soldan und das Stuttgarter Kammerorchester beglückten das Publikum im Theater in der Stadthalle mit Werken großer Meister.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 17:34 Uhr

Neumünster | Es weihnachtet! Ungeachtet grüner Wiesen und milder Temperaturen erklingen überall heilige Weisen. Schulen, Kindergärten und Kirchen laden zu festlichen Weihnachtskonzerten, das Kulturbüro reichte am Montagabend passend zum Anlass einen bunten Lese- und Musikteller. Drei Tage vor Heiligabend präsentierten Sünne Höhn und ihr Team ihren Gästen ein „Weihnachtliches Lesekonzert“ mit dem Rezitatoren und Pianisten Christoph Soldan und den Stuttgarter Kammersolisten im Theater in der Stadthalle.

Evangelist Lukas, Rainer Maria Rilke und Erich Kästner; Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann und Arvo Pärt – Christoph Soldan las und spielte gemeinsam mit den vier Streichern Daniel Rehfeldt (Violine), Mun Cheol Kim (Violine), Igor Michalski (Viola) und Marta Lagoda (Violoncello) Auszüge aus den Werken großer Meister. Die Beiträge und Interpretationen waren sehr unterschiedlich, die große Klammer bildete das Weihnachtsfest, für jeden der 340 Besucher war etwas dabei.

Mit der Weihnachtsgeschichte aus dem Evangelium nach Lukas 2 begann der Abend. Christoph Soldan las den Bibeltext gekonnt vor und schloss ihn mit einem Choral der Komponistin Fanny Hensel am Klavier ab. Nach der charmanten Weihnachtsgeschichte „Worüber das Christkind lächeln mußte“, erdacht vom Österreicher Karl Heinrich Waggerl, spielte Pianist Soldan das romantische Klavierstück „Kind im Einschlummern“ aus den Kinderszenen von Robert Schumann. Gerade bei diesem Lied fehlten dem ansonsten virtuos spielenden Soldan die leisen Töne.

Daniel Rehfeldt entlockte seiner Violine davon umso mehr. Bei den Tonleiterbewegungen in Arvo Pärts bekanntem „Spiegel im Spiegel“ beeindruckte der Violonist mit einem warmen Forte und hauchzartem Piano. Nach der Pause erwartete das Publikum eine ungewöhnliche Verknüpfung von Erich Kästners Gedicht „Der Dezember“ mit dem Tango „otono porteno“ von Astor Piazzola. Während Christoph Soldan rezitierte, spielte das Streicherensemble einen leisen Akkord, war eine Strophe beendet, erklang der Tango aus allen Saiten der Instrumente. Derartige Raffinesse quittierten die Besucher mit lang anhaltendem Applaus. Mit Nachdenklichem aus Rilkes „Briefe an einen jungen Dichter“ und einem Satz aus Mozarts Klavierkonzert in A-Dur schickten die Musiker ihr zufriedenes Publikum auf den Heimweg.

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