Für mehr Gleichberechtigung : Bunter Tag im Zeichen der Behinderung

Protest gegen unwegsame Straßen: Manfred und Inka Bruhn (hintere Reihe), Kersten Andresen, Nicole Rahmann und Mirka Beszus (mittlere Reihe, von links), Marc Simon, Rainer Bublitz und Kirsten Bruhn (vordere Reihe, von links) kamen über den roten Teppich.
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Protest gegen unwegsame Straßen: Manfred und Inka Bruhn (hintere Reihe), Kersten Andresen, Nicole Rahmann und Mirka Beszus (mittlere Reihe, von links), Marc Simon, Rainer Bublitz und Kirsten Bruhn (vordere Reihe, von links) kamen über den roten Teppich.

Lichtblick, der PSV und die Lebenshilfe beteiligten sich am „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“.

shz.de von
11. Mai 2015, 11:00 Uhr

Neumünster | Im Grundgesetz ist die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung längst verankert. Im Alltag gestaltet sich dieser Anspruch oft schwierig. Und sei es nur durch das unebene Pflaster eines öffentlichen Platzes. „Um auf die schwierige Situation für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen aufmerksam zu machen, haben wir am „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ einen roten Teppich auf dem Großflecken ausgerollt. Neumünsters größten öffentlichen Platz können diese Personen nur über Umwege und mit großer Unsicherheit überqueren“, berichtete Kersten Andresen vom Elternverein Lichtblick. „Gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft sieht anders aus“, findet Andresen.

Imposante 50 Meter maß der glatte, leuchtend rote Teppich, mit dem die Vereinsmitglieder das Kopfsteinpflaster des Großfleckens am Sonnabend befahr- und begehbar gemacht hatten. Am Ende des Teppichs wartete ein Informationsstand auf interessierte Besucher.

Neben dem Verein Lichtblick warb hier der Polizei-Sportverein Union für die Teilnahme am internationalen Schwimm-Cup „Wettkampf der Vielfalt“. 300 Sportler – behinderte und nichtbehinderte Erwachsene und Kinder – aus fünf Nationen werden am 4. Juli im Bad am Stadtwald an der ganztägigen Veranstaltung mit Live-Musik, Beiträgen und buntem Programm teilnehmen. Schirmherrin Kirsten Bruhn betonte, dass auch Freizeitschwimmer mit oder ohne Behinderung zur Teilnahme am offenen Schwimm-Cup willkommen seien. Denn hierin liegt das Anliegen beider Vereine: „Engagierte Menschen zusammen bringen, die gemeinsam die Gesellschaft gestalten“, wie Kersten Andresen es ausdrückte. Dass der Verein Lichtblick hier auf dem besten Wege ist, attestierte ihm die Aktion Mensch. Für die Idee mit dem roten Teppich, auf dem „alle Bürger der Stadt zu Stars werden“, wurde Lichtblick bundesweit als einer von fünf Vereinen ausgezeichnet.

Dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können, dafür setzt sich auch das Lebenshilfewerk ein und beteiligt sich deshalb seit Jahren mit verschiedenen Aktionen am „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“. Am Sonnabend luden die Organisatoren zu einem Tag der offenen Tür in ihre Gärtnerei ein. Trotz mäßigen Wetters waren viele Besucher in den Baumschulenweg gekommen, um sich von den Sängern und Tänzern der Brücke unterhalten zu lassen, um sich die Pflege- und Verarbeitung von Pflanzen zeigen zu lassen oder einfach nur um Pflanzen zu kaufen. Im Fokus der Lebenshilfe-Arbeit steht immer die Forderung nach einer offenen Gesellschaft für Menschen mit und ohne Behinderung.

Das Angebot am Tag der offenen Tür unterstrich diesen Appell. Neben einer Ausstellung des Neumünsteraner Künstlers Wilhelm Bühse bot das inklusive Projekt „Kieler Pausenboot“ Snacks an und zeigte ein Kunstschmied seine filigranen Arbeiten.

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