Stoffköste : Bunte Ballen lockten Tausende an

Große Auswahl: Angela Thiemer (rechts)   kaufte bei Karina Trede Stoff, aus dem sich ihre Tochter einen Schal nähen  will.
Große Auswahl: Angela Thiemer (rechts) kaufte bei Karina Trede Stoff, aus dem sich ihre Tochter einen Schal nähen will.

Landesweit größter Textilmarkt auf dem Kleinflecken mausert sich zu einem Magneten im Neumünsteraner Veranstaltungskalender

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04. November 2013, 07:00 Uhr

Die Stoffköste auf dem Kleinflecken ist und bleibt ein Veranstaltungs-Renner der Stadt. Der größte Stoffmarkt des Landes lockte gestern wieder mehrere 1000 Menschen aus nah und fern nach Neumünster, die sich mit Stoffen, Schnittmustern und anderen Materialien rund ums Nähen eindecken wollten. 150 Anbieter stellten dafür ihre Verkaufsstände rund um den Kleinflecken auf. Die Vielfalt ist gigantisch.

„Man kann schon von einer Reizüberflutung sprechen bei dieser Vielfalt“, sagte Claudia Romahn aus Rendsburg. Sie besuchte gemeinsam mit Caja und Maren Schmidt-Kröncke, ebenfalls aus Rendsburg, die Stoffköste. „Wir sind völlig unbedarft hergekommen und haben uns hier inspirieren lassen. Das war am Ende betrachtet ein Fehler“, verrieten die drei Frauen schmunzelnd: Sie kauften diverse Stoffe, um daraus Taschen und Decken zu nähen. „Wir haben auch Schnittmuster gekauft, und jetzt sind wir pleite“, berichteten die Rendsburgerinnen mit einem Augenzwinkern. Die Stoffköste hatten sie zum ersten Mal besucht, wollen aber im kommenden Jahr wiederkommen, wie sie versicherten.

Zum ersten Mal dabei war auch Angela Thiemer aus Ruthenberg. „Das ist ein Auftrag von meiner Tochter. Sie ist derzeit in Köln und kann selber nicht zur Stoffköste. Ich kaufe ihr entsprechendes Material, aus dem sie sich einen Loop-Schal nähen möchte“, verriet die Neumünsteranerin. Die nötigen Textilien kaufte sie bei Karina Trede von der Firma „Best Size“ aus dem westfälischen Bad Salzuflen.

„Bei uns gehen farbenfrohe Stoffe sehr gut, mit denen man beispielsweise schöne Patchwork-Decken nähen kann. Ebenso gut verkaufen sich Walkstoffe. Daraus lassen sich unter anderem modische Mäntel fertigen“, verriet die Expertin. In der Mitte des Kleinfleckens waren Stände aufgebaut, an denen sich die Besucher mit einer Bratwurst oder süßen Crêpes stärken konnten. Die Michael-Weiß-Jazzband untermalte das Geschehen mit schmissigen Klängen, die das Publikum stets mit Applaus quittierte.

Wer sich ein wenig Ruhe vom Trubel gönnen wollte, schaute im benachbarten Museum Tuch + Technik vorbei. Hier konnten die Besucher die beeindruckenden alten Maschinen in Aktion sehen oder den Damen vom Tungendorfer Spinnkreis über die Schulter schauen. „Ich spinne Garn aus Hundewolle“, erzählte Reni Hamann. Das Haar ihres nordischen Samojeden eigne sich hervorragend dafür. „Anschließend mache ich mir zum Beispiel Jacken oder kleine Mützen daraus“, erzählte sie.

Das Citymanagement zog am Sonntagabend ein durchweg positives Fazit: „Es war wieder eine wirklich schöne Veranstaltung mit vielen glücklichen Besuchern und Anbietern“, resümierte Ingrid Petersen. Auch im kommenden Jahr sind wieder zwei Stoffkösten geplant, deren Termine allerdings noch nicht feststehen.

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