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Friedrich-Ebert-Krankenhaus : Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg muss FEK-Neubau weichen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt haben begonnen

von
erstellt am 26.Jul.2017 | 17:00 Uhr

Neumünster | Am Friedrich-Ebert-Krankenhaus haben die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt begonnen – und ein historisches Kapitel aus der Stadtgeschichte wieder ans Tageslicht befördert. „Auf der Ostseite des FEK-Altbaus haben wir eine alte Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg wieder freigelegt“, sagt der technische Leiter des FEK, Matthias von Appen.

Das verzweigte Gangsystem ist etwa 75 Meter lang und spiegelbildlich zur schon 2007 abgerissenen Bunkeranlage auf der Westseite des Krankenhauses (zur Boostedter Straße hin) angelegt. Die Bezeichnung Bunker ist vielleicht ein wenig hochgestochen: Der 2,20 Meter hohe und 1,90 Meter breite Gewölbegang hat Stahlbetonwände mit einer Stärke von 30 Zentimetern. Im Ernstfall, also bei einem Flugzeugbombentreffer, hätte ein solcher Splitterschutzgang wohl wenig Schutz geboten. „Gut, dass diese Anlage nicht genutzt werden musste“, sagt von Appen.

Nach dem Krieg wurden Teile der Schutzräume im Westen von der FEK-Apotheke als Abfüll-Lager für Äther und Infusionsflaschen genutzt (der Courier berichtete). Der unterirdische Trakt wurde erst 1977 aufgegeben, als der damalige FEK-Neubau an der Friesenstraße bezogen wurde.

Die östliche Bunkeranlage wurde dagegen nach dem Krieg verschlossen und „dämmerte im Dornröschenschlaf vor sich hin“, sagt Matthias von Appen. Der Einstieg ins unterirdische Gangsystem war direkt am Südflügel des FEK-Altbaus und wurde zugemauert.

Das Relikt aus Weltkriegszeiten einfach an Ort und Stelle ruhen zu lassen, war nicht möglich. Das hätte zu unterschiedlich starken Setzung des Baugrunds führen können und die Statik des Krankenhaus-Neubaus gefährdet. „Für die Gründungsarbeiten muss der alte Bunker komplett entfernt werden. Wir werden damit wohl noch in dieser Woche fertig werden“, sagt Matthias von Appen.

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