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Feier : Bund der Vertriebenen feiert 65. Geburtstag

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadt würdigt Dachverband der Landsmannschaften mit einem öffentlichen Empfang im Alten Rathaus

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Der Bund der Vertriebenen wird 65. Die Stadt würdigt die Dachorganisation der Landsmannschaften aus diesem Anlass morgen, 15. Januar, mit einem öffentlichen Empfang im Alten Rathaus, Beginn 10.45 Uhr im Alten Ratssaal. Vorab gibt es ab 9.30 Uhr in der Vicelinkirche einen Gedenkgottesdienst mit Propst Stefan Block und Gemeindepastorin Simone Bremer.

Mit dem Festakt unterstreicht die Stadt ihre jahrzehntelange Verbundenheit mit den einstigen Flüchtlingen, die längst zu Neumünsteranern geworden sind, ohne dabei ihre alte Heimat vergessen zu haben.

Der Bund der Heimatvertriebenen war am 25. Juni 1949 von den Selbsthilfe- und Arbeitsgemeinschaften der Pommern, Danziger und Ost- und Westpreußen aus der Taufe gehoben worden, um die Zersplitterung der Vertriebenenvereine zu beenden und ihnen ein gemeinsames Sprachrohr zu geben – auch um den Heimatvertriebenen mehr politisches Gewicht zu verleihen. Bereits seit Anfang 1948/49 hatten sich in der Stadt zahlreiche Landsmannschaften gegründet, so etwa im Januar 1949 die der Schlesier und der Sudetendeutschen, im Februar die der Ost- und Westpreußen und der Memelländer.

Neumünster war in dieser Zeit eine Hochburg der Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Im März 1949 zählte die Stadt rund 20 000 Vertriebene, die eine neue Heimat suchten. Die Integration der Neubürger forderte der teils zerstörten Stadt einen beispiellosen Kraftakt ab.

Am 9. September 1949 feierten der BdV und die Landsmannschaften den ersten Tag der Heimat in Neumünster mit über 1000 Teilnehmern. Damalige Hauptforderung der Festredner: die freie Ausreise von festgehaltenen Deutschen aus Russland, Polen und der Tschechoslowakei. Zum Abschluss sangen die Teilnehmer damals das Lied vom „Lenker der Schlachten“ . Das war auch damals schon auch innerhalb des Verbandes höchst umstritten.

Das Schicksal von 31 534 Flüchtlingen, die nach dem Krieg in Neumünster gestrandet sind, hat der BdV-Vorsitzende Willi Treetzen 2007 in einer umfangreichen Dokumentation beschrieben. Sie ist in der Stadtbücherei, im Stadtarchiv oder beim BdV einzusehen.

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