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Holsteinischer Courier

22. November 2017 | 03:10 Uhr

Neuer Verein : Bulgaren wollen Anschluss finden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Knapp 850 Bulgaren leben in Neumünster / Neue Gemeinschaft sucht den Kontakt zu deutschen, aber auch zu ausländischen Mitbürgern

shz.de von
erstellt am 02.Jul.2017 | 09:00 Uhr

Neumünster | Zehn Monate nach der Gründung der Evangelisch-rumänischen Gemeinde haben sich nun auch Bulgaren in Neumünster zusammengeschlossen – zu einem nicht religiösen und unpolitischen Verein.

Knapp 850 Menschen aus dem osteuropäischen Land leben in der Stadt, „davon 30 Prozent im Vicelinviertel“, sagt Ibrahim Ortacer, der Vorsitzende des Forums für Vielfalt. Dort ist die „Bulgarische Gemeinschaft“, so der offizielle Name, bereits aufgenommen. Auch am Runden Tisch für Toleranz und Demokratie wollen die derzeit 15 Vereinsmitglieder mitwirken. Ibrahim Ortacer hat die Gründung begleitet und die Vereinssatzung ausgearbeitet. „Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit steht kurz bevor“, sagt er. Willkommen sind Mitglieder aller Nationen.

Den Vorstand bilden Simo Angelov (32), seine Frau Irena Angelova (34) sowie Borislav Borisov (35). Alle drei kamen vor sechs bzw. sieben Jahren aus dem Norden Bulgariens nach Neumünster und wollen hier nun den Deutschen, aber auch den anderen ausländischen Mitbürgern die bulgarischen Lebensweisen und Traditionen näherbringen. Irena Angelova ist studierte Volkskundlerin und hat bereits mit der Entwicklung einer Tracht einen Preis in ihrem Heimatland gewonnen. Sie leitet im Bildungszentrum Vicelinviertel an der Kieler Straße die beiden für alle offenen Tanzgruppen am Sonntag sowie die beiden Musikgruppen mittwochs und freitags, jeweils für Kinder und Erwachsene. Auftritte sind unter anderem beim Stadtteilfest Vicelinviertel und in der Interkulturellen Woche vom 23. September bis 3. Oktober geplant. Am 1. Oktober soll es einen Bulgarischen Kulturtag geben.

Neben Tanz und Musik steht die Aufklärungsarbeit im Fokus des Vereins. Es sollen Info-Abende organisiert werden – auch um Neuankömmlinge mit der Umgebung und den Gebräuchen und Regeln in Deutschland vertraut zu machen. „Und wir wollen Bulgarisch-Unterricht für Kinder anbieten“, so Ibrahim Ortacer. Er betont: „Die Bulgaren lebten bisher bei uns in einer Parallelgesellschaft und waren auch bei den anderen Ausländern nicht angesehen. Das soll sich ändern.“

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