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Bürgerwindpark: Großenasper können investieren

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Auch die Gemeinde will ein Windrad betreiben

Grossenaspe | Jetzt gehts ums Geld: Auf großes Interesse stieß die Vorab-Informationsveranstaltung, zu der die Betreibergesellschaft Bürger-Windpark Großenaspe eingeladen hatte. Mehr als 130 der persönlich angeschriebenen Einwohner des Ortes kamen in Timms Gasthof, um sich über die finanzielle Beteiligung unterrichten zu lassen.

Rund vier Millionen Euro sollen als Kapital für das Projekt aus privater Hand aufgebracht werden. Dies sind die Kosten für eine der fünf als Bürgerwindpark vorgesehenen Anlagen. Die Restsumme soll durch zinsgünstige Kredite finanziert werden.

Ein weiteres Windrad wird als Einzelinvestition aufgestellt, und in die geplante siebte Windmühle möchte die Gemeinde als Betreiber investieren. Hierzu muss die Kommunalaufsicht jedoch noch ihre Zustimmung erteilen. "Die Gemeinde darf nicht in den wirtschaftlichen Betrieb eingreifen. Unser Vorhaben ist in Schleswig-Holstein Neuland. Deshalb tut sich die Behörde schwer. Außerdem sieht die Behörde natürlich auch das finanzielle Risiko", erläuterte dazu Bürgermeister Torsten Klinger (CDU).

Für die privaten Anleger gilt: Die Mindestsumme der einzelnen Einlage beträgt 5000 Euro. Höhere Investitionen müssen durch 5000 teilbar sein. Für die volljährigen Einwohner, die ihren ersten Wohnsitz zum 17. Dezember 2012 in Großenaspe gemeldet hatten, gilt dabei ein Erstzeichnungsrecht.

Neben den technischen Daten für die sieben Anlagen (N117), die von der Firma Nordex erläutert wurden, ging es den Großenaspern insbesondere um ihr finanzielles Wagnis. Erwirtschaftet werden soll ein gemeinsamer Jahresumsatz aller Anlagen in Höhe von rund drei Millionen Euro. Nach Abzug der jährlichen Betriebskosten (800 000 Euro) und Rückzahlung der Kredite (1,9 Millionen Euro) blieben dann rund 280 000 Euro für die Ausschüttung an die Investoren über. Geplant ist eine Rendite von sieben Prozent auf das Eigenkapital in den ersten zehn Jahren, danach soll die Ausschüttung auf zehn Prozent des Gewinns steigen.

"Als Kommanditist werden Sie voll unternehmerisch tätig. Dies birgt Chancen und Risiken. Insbesondere der Wind-Ertrag, technische Störungen und auch zukünftige politische Entscheidungen können die Rendite beeinflussen. Dies kann im schlimmsten Fall bis zum Totalverlust der Einlage gehen", erläuterte Dr. Hans-Günther Lüth, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft.

Die Baugenehmigung für den Windpark durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) wird gegen Jahresende erwartet.

"Als großes Hindernis erweist sich allerdings immer noch der Einspruch des Deutschen Wetterdienstes, der eine Radaranlage in Boostedt betreibt. Da gilt es jetzt abzuwarten, wie das laufende Verfahren ausgeht. Doch ich bin da zuversichtlich", erklärte Lüth zum Sachstand. Wenn alles gut läuft, könne der Windpark jedoch schon im Dezember 2014 ans Netz gehen.

Um die Kapitalsumme der örtlichen Investoren abschätzen zu können, bittet die Betreibergesellschaft nun bis Ende kommender Woche um eine Vorabmeldung der gewünschten Einlagen. Entsprechende Meldezettel sind in der Verwaltung, beim Bürgermeister und bei der Betreibergesellschaft erhältlich.

Genauere Informationen über die Vertragsmodalitäten erhalten die Interessierten dann mit dem offiziellen Vermögensanlagenverkaufsprospekt, der in etwa acht Wochen vorliegen wird.

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

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