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Grossflecken : Bürgervotum entspannt den Handel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Geschäftsleute in der Innenstadt sind erleichtert über die Ablehnung der Durchfahrsperre

Neumünster | Die Geschäftsleute der Innenstadt haben das Ergebnis des Bürgerentscheids ganz überwiegend mit Erleichterung aufgenommen. Sie sehen es so: Der Großflecken bleibt für den Durchgangsverkehr geöffnet, und das wird dafür sorgen, dass die Kunden die Einkaufsstraße und den Platz nicht aus den Augen verlieren.

Dierk Böckenholt, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord (EHVN), kommentierte das deutliche Ergebnis (56,6 Prozent gegen die Sperrung) gestern so: „Eine gute Entscheidung für die Innenstadt und den Einzelhandel dort. Das hält den Großflecken lebendig und attraktiv, schafft Frequenz und bringt Leben in die Stadt. Als Einzelhandelsverband und Stimme der Branche fühlen wir uns bestätigt.“

Der EHVN hatte schon während des Verkehrsversuchs 2013 darauf hingewiesen, dass durch die Verkehrsberuhigung die Geschäftigkeit in der Innenstadt Schaden nehme und der Umsatz einbreche (der Courier berichtete). „Es ist gut, dass sich viele noch hieran erinnert und jetzt für einen offenen Großflecken gestimmt haben“, so Böckenholt. Es bleibe abzuwarten, wie die Verwaltung nun mit der Verkehrsführung umgehe, Stichwort Pförtnerampeln: „Ein Herunterriegeln, so dass es einer Quasi-Sperrung gleich käme, wird es nicht geben können.“

Matthias Neumann, Chef des Stadtmarketing-Vereins, ist froh über das klare Ergebnis: „Wir hoffen, dass es jetzt intelligente Konzepte geben wird, um den Durchgangsverkehr auf den Ring zu bekommen und den Verkehr auf dem Großflecken fließen zu lassen.“ Dabei dürfe man die Leute nicht durch Staus verschrecken.

Maike Mundt von „Blume 2000“ am Großflecken war ebenfalls sehr erleichtert: „Ich hatte ein bisschen Angst, dass nicht genug Leute zur Abstimmung gehen, aber das Ergebnis ist natürlich klasse.“ Sie wünscht sich ebenfalls eine kluge Steuerung des Verkehrs durch Ampeln. Pförtnerampeln seien unnötig: „Wenn die Autofahrer selber entscheiden können, wie sie fahren wollen, dann regelt sich alles von allein.“

Auch Sönke Thieme, Betreiber des „Klatsch-Palais“ auf dem Großflecken, begrüßt das klare Bürgervotum für den offenen Großflecken. „Der Platz ist einfach zu groß, um den Verkehr davon zu verbannen“, ist der Gastronom überzeugt. Die von den Befürwortern der Durchfahrsperre immer wieder beschworenen Verkehrsprobleme hält Thieme für aufgebauscht: „Kommt das ECE, wird der Verkehr natürlich zunächst zunehmen“, glaubt Thieme. Gerade wegen der Innenstadt-Staus werde der reine Durchfahrverkehr dann aber verstärkt auf den Ring ausweichen. „Da regelt sich noch viel von alleine.“ Der Geschäftsmann hofft jetzt auf eine Sogwirkung für den Großflecken durch das neue Einkaufscenter. Die Lage Großflecken werde durch das Center eher attraktiver. „Der Effekt würde aber verpuffen, wenn der Platz gesperrt wäre“, sagte Thieme.

Aufatmen gab es auch bei Eckhart von Stülpnagel, Inhaber der „Galerie Dekorat“ an der Holstenstraße: „Die klare Entscheidung pro Durchfahrt ist super. Ich bin total zufrieden, auch über die hohe Wahlbeteiligung.“ Der Geschäftsmann wirbt jetzt für ein stärkeres Miteinander von Autofahrern, Fußgängern und Radlern auf dem Großflecken. „Die Autofahrer dürfen die Straße nicht als ihren Alleinbesitz ansehen“, fordert von Stülpnagel. Er plädiert für mehr Geschwindigkeitskontrollen, um den Großflecken zu entschleunigen.

City-Manager Michael Keller betont die Komplexität des jetzt anstehenden Konzeptes. Nicht nur der Bürgerentscheid, sondern auch die Ergebnisse der Umfrage des Citymanagements 2013 in Neumünster und Umland müssten berücksichtigt werden. Die Ergebnisse würden im Juni vorgestellt. Es müsse jetzt einen Master-Plan geben, in dem alle Ideen gesammelt werden – beispielsweise der Ausbau des Gänsemarktes, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt, Pflasterung, Ordnung, Sauberkeit, Sicherheit, Fußgänger-Querung und weiteres. Wichtig sei, dass die Holsten-Galerie gut mit der Innenstadt verknüpft werde. Die Zeit dränge: „Wir müssen Gas geben.“

 

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erstellt am 27.Mai.2014 | 05:30 Uhr

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