Bürgerpreis: Die Kulturtafel ist nominiert

Große Ehre für ein neues soziales Projekt

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26. Juli 2015, 12:13 Uhr

Selten hat ein bürgerschaftliches Engagement eine solch steile Karriere gemacht: Vor nicht einmal einem Jahr wurde in Neumünster die Kulturtafel gegründet – und jetzt ist das Projekt schon für den „Deutschen Bürgerpreis für Schleswig-Holstein“ nominiert worden. Es geht dabei um Sach- und Geldpreise mit einem Gesamtwert von 32 500 Euro.

Heidrun Rohwer, Monika Giese und Bodo Braker haben die landesweit erste Einrichtung dieser Art im September 2014 ins Leben gerufen. Sie vermitteln (ehrenamtlich) nicht verkaufte und von den Veranstaltern zur Verfügung gestellte Eintrittskarten für kulturelle Veranstaltungen an Menschen, die von Hartz IV, Sozialhilfe, Grundsicherung oder aufgestockter Rente leben. Die Idee dahinter ist, dass beide Seiten profitieren: Bedürftige können am Kulturleben teilnehmen, und Künstler spielen im Zweifel nicht vor halbleeren Rängen. Das Projekt ist an die Tafel angegliedert (der Courier berichtete).

15 Anbieter, darunter die Niederdeutsche Bühne, der Jazzclub und der Förderkreis Volkshaus, sagten von Anfang an zu, ihre nicht verkauften Karten zu spenden. Später kamen weitere Veranstalter dazu. „Wir haben mittlerweile sehr viele Unterstützer: die Stadt, die Volkshochschule, die Hallenbetriebe oder die Niederdeutsche Bühne helfen uns. Wir haben schon mehr als 250 Karten vermittelt. Es war viel Arbeit, aber die hat sich gelohnt“, sagt Heidrun Rohwer. So kämen Menschen wieder in den Genuss von Kultur, die es sich sonst nicht leisten könnten.

Die Jury des Bürgerpreises für Schleswig-Holstein hat am 10. Juli getagt und aus 66 Vorschlägen die besten zehn ausgesucht und nominiert. Der Wettbewerb steht in diesem Jahr unter dem Motto „Kultur leben – Horizonte erweitern“. Die Preisträger werden auf einer Feier am 11. November in Kiel bekannt gegeben. Vorher kommt aber noch ein Fernsehteam bei den Nominierten vorbei, um sie für einen Kurzfilm zu interviewen. Und auch der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag stellt alle zehn Projekte gesondert in seinen Zeitungen vor.

Der Wettbewerb wird vom Sozialausschuss des Landtages und den schleswig-holsteinischen Sparkassen veranstaltet. Die Preisträger von Schleswig-Holstein kommen eine Runde weiter und haben dann sogar die Chance, den Bürgerpreis auf Bundesebene zu gewinnen. Und dann geht es nach Berlin.

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