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Autos in Neumünster : Bürgerentscheid: Der Großflecken bleibt auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Neumünsteraner haben entschieden: Mit 56,6 Prozent sprachen sich die Bürger gegen eine Sperrung des Großfleckens für den Durchgangsverkehr aus.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | Das Ergebnis war eindeutig, eine weitere Zerreißprobe bleibt Neumünster erspart: 56,6 Prozent der Teilnehmer am Bürgerentscheid stimmten gestern gegen die Sperrung des Großfleckens für den Durchgangsverkehr. Es bleibt, wie es ist.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras freute sich über die Wahlbeteiligung von 43,4 Prozent: „Trotz des guten Wetters haben die Neumünsteraner ihre Meinung gesagt, das finde ich super!“ Das Ergebnis sei eindeutig und werde von der Stadtverwaltung umgesetzt.

Wie geht es jetzt weiter? Die Verkehrsführung auf dem Großflecken bleibt, wie sie ist. Die Ratsversammlung wird in ihrer Sitzung am 8. Juli einen formalen Beschluss über das Ergebnis des Bürgerentscheides fassen, kann das Votum aber nicht überstimmen. Die Gänsemarkt-Kreuzung wird umgebaut, damit sie mehr Verkehr aufnehmen kann: Sowohl auf der Kuhberg- als auch auf der Teich-Seite wird unmittelbar vor der Kreuzung eine zusätzliche Spur für Autos gebaut. Diese Umbauten werden vom Investor der Holsten-Galerie, ECE, finanziert. Gebaut wird voraussichtlich erst 2015. Auf jeden Fall muss die Kreuzung fertig sein, wenn das Center im Herbst 2015 eröffnet.

Einige Details sind laut Tauras noch zu klären. Wie wird am Gänsemarkt und am Rathaus die Ampelschaltung geregelt? Wie viele Autos lassen die so genannten Pförtnerampeln auf den Großflecken einfahren und wieder herunter? Kommen Querungshilfen auf die Fahrbahn, also Zebrastreifen oder Fußgängerampeln? Tauras: „Die Verwaltung wird Vorschläge machen, und der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt muss dann entscheiden.“

In der Café-Bar Jollie am Großflecken trafen sich die Gegner der Sperrung gestern Abend, um zu feiern. Viele Einzelhändler der Innenstadt waren dabei und auch Vertreter verschiedener Parteien. Die Stimmung war bestens. „Jetzt bleiben die Chancen für den Großflecken gewahrt“, freute sich Jan-Olaf Harders (FDP).

In den sozialen Netzwerken wurde die Entscheidung am Abend heftig diskutiert. Als der Courier das Ergebnis gegen 20 Uhr auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte, drückten innerhalb von einer Stunde rund 240 auf „Gefällt mir“.

Kommentar: Autofahrer und Händler haben gewonnen

Das Ergebnis des Bürgerentscheids ist eindeutig ausgefallen: Autofahrer und Einzelhändler haben gewonnen; der Großflecken bleibt auf. Die Befürworter der Sperrung (von einigen Gegnern gern auch „Innenstadt-Romantiker“ genannt) waren nicht in der Mehrheit. Der Bürger hat gesprochen, die Verwaltung wird den Entscheid umsetzen.

Seien wir ehrlich: Neumünster wird nie eine schnuckelige Altstadt haben wie Lübeck oder Lüneburg, und der Großflecken wird nie zur gemütlichen Lütjenstraße oder zum Fürsthof. Wenn nicht gerade Wochenmarkt  ist, dann ist der Platz gefühlt einfach zu groß und eine Steinwüste. Und dieses Gefühl wird nicht besser, wenn dort 50 oder 80 Prozent weniger Autos fahren. Die Neumünsteraner haben die richtige Entscheidung getroffen.

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