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Besuch in Neumünster : Bürgerbeauftragte lobt die Verwaltung

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Samiah El Samadoni, Bürgerbeauftragte für soziale Angelegenheiten, kommt am 8. Februar zur ersten Sprechstunde ins Rathaus.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Egal, ob es um Hartz IV, Kinder- und Jugendhilfe, Schulangelegenheiten oder Behindertenrecht geht: Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung machen nach Ansicht der Bürgerbeauftragten für soziale Angelegenheiten in Schleswig-Holstein, Samiah El Samadoni, einen guten Job. „Die Beschwerdezahlen aus Neumünster sind im Vergleich zu anderen Landesteilen gering“, sagte die 45-jährige Juristin gestern bei einem Besuch bei Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und Stadtrat Günther Humpe-Waßmuth im Rathaus. In 2014 und 2015 suchten pro Jahr zwischen 20 und 30 Neumünsteraner Hilfe beim Team der Landesbeauftragten. Betrachtet man die Gesamtzahl von jeweils rund 3500 Anfragen aus ganz Schleswig-Holstein in beiden Jahren, liegt der Anteil damit unter einem Prozent.

Die Bürgerbeauftragte berät kostenfrei, niedrigschwellig und unabhängig bei Fragen und Streitigkeiten mit Ämtern und öffentlichen Einrichtungen in allen sozialen Angelegenheiten von A wie Arbeitslosengeld bis W wie Wohngeld. Ziel ist es, Lösungen zu finden, bevor ein Rechtsstreit beginnt. Wenn das Amt unverständliche oder unvollständige Schreiben schickt, setzt sich Samiah El Samadoni ebenso ein wie beispielsweise bei Beschwerden von Sozialhilfeempfängern darüber, dass die Behörde keine angemessene Wohnung bezahlt. An Bedeutung gewinnt das Thema Schulbegleitung. Einige Kreise nutzen die neuen Assistenten, um Schulsozialarbeiter abzubauen. „In Neumünster passiert das nicht, die Arbeit läuft sehr vorbildlich“, lobte die Bürgerbeauftragte und erzeugte ein Lächeln beim OB und Stadtrat. In ihr Aufgabenfeld fallen zudem die Antidiskriminierungsstelle des Landes und seit Jahresanfang die Beschwerdestelle für Kinder und Jugendliche. Wer also wegen seiner Hautfarbe nicht in die Disko oder in den Bus kommt oder als Jugendlicher Probleme mit dem Jugendamt hat, kann sich ebenfalls unbürokratisch an sie wenden. Die Bürgerbeauftragte ist dem Landtag angegliedert und untersteht der Dienstaufsicht des Landtagspräsidenten.

„Zu 70 Prozent kommen Hilfesuchende telefonisch auf uns zu“, erklärte Samiah El Samadoni. Doch weil für viele ein persönlicher Erstkontakt wichtig sei, will sie künftig in unregelmäßigen Abständen Bürger-Sprechstunden im Rathaus anbieten. Die erste findet am Montag, 8. Februar, von 9 bis 17 Uhr im Raum 2.6 in der 2. Etage des Neuen Rathauses am Großflecken statt. Wichtig: Eine telefonische Anmeldung ist unter 0431 / 988-1240 notwendig.

Neben den vielen Komplimenten brachte Samiah El Samadoni auch einen Verbesserungsvorschlag als Pilotprojekt im Land mit. In allen Schreiben vom Jugendamt soll künftig neben der obligatorischen Rechtshilfebelehrung ein Hinweis auf weitere Unterstützung durch die Bürgerbeauftragte mit Adresse und Telefonnummer stehen. „Ich finde die Idee klasse und werde sie jetzt mit meinen Mitarbeitern besprechen“, sagte Olaf Tauras. Kommt der Zusatz an, könnte er irgendwann auf allen behördlichen Schreiben erscheinen.

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