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Protest : Bürger demonstrierten gegen Windräder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Griesenböteler machen gegen Gönnebeker Windpark-Pläne mobil. Enttäuschung über Haltung der Kirche

Mit Protestschildern und Bannern, sogar einem Modellwindrad, das sich fleißig im Wind auf dem Bornhöveder Zentrumsplatz am Alten Markt / Ecke Mühlenstraße drehte, machten am Sonnabend rund 30 Griesenböteler auf ihre Zukunftssorgen aufmerksam.

Grund: Mit voraussichtlich gerade einmal 500 bis 600 Meter Abstand zu ihren Wohnhäusern soll der Gönnebeker Windpark viel zu dicht an ihren Häusern gebaut werden, klagen die Anwohner. „Nein, auch die Kirche nimmt keine Rücksicht auf die Anwohner aus dem Rendswührener Ortsteil Griesenbötel“, meinte Anwohner Hans-Joachim Metzke erbost. „Was den Gönnebekern recht war, nämlich ein großer Abstand des geplanten Windparks zur Wohnbebauung, hätte für die Menschen aus Griesenbötel billig sein müssen“, argumentiert der Griesenböteler Hans-Jürgen Schnack. Als Grundbesitzer profitieren und geschehen lassen, ohne Rücksicht auf die Menschen, das sei besonders vonseiten der Kirche enttäuschend. „Die Kirche muss auch moralische Verantwortung tragen“, meinte Schnack.

Man habe keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Windkraft, bestehe aber auf „anständige Mindestabstände“ von 800 Metern, stellten die Protestierer klar. Besonders belastend sei die Unterschreitung der sonst üblichen 800 Meter Mindestabstand zu Siedlungen auch deshalb, weil Griesenbötel bereits durch die Bundesstraße B 430 erheblichen Lärmbelästigungen ausgesetzt sei. Jetzt noch ein Windpark im Rücken, das breche dem Wohn- und Lebensmittelpunkt der Griesenböteler das Genick, meinte einer der Demonstranten.

Griesenbötel sei nicht als geschlossener Ortsteil anerkannt, sei Außenbereich. Daher müsse hier formal nicht wie in vergleichbaren Wohngebieten 800 Meter Abstand eingehalten werden, erklärte Schnack. „Die Planer nutzen das schamlos aus, die Häuser verlieren erheblich an Wert, die Lebensqualität geht den Bach runter und die gesundheitlichen Folgen durch die Anlagennähe sind kaum abschätzbar“, bemängeln die Betroffenen. Unterstützung erfuhren die Griesenböteler Sonnabend von Bürgern aus Schmalensee. „Wir wollen umweltgerechte und sozialverträgliche Windkraftanlagen oder gar keine“, sagte Ursula Berger aus Schmalensee. Auch dort werde ohne Rücksicht auf die Menschen und Umwelt geplant, schimpfte sie.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 00:00 Uhr

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