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Boostedt : Bücher und Spiele für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Innenminister Stefan Studt überreichte die erste Medienbox in Boostedt. Die Leihgaben sollen die Arbeit ehrenamtlicher Helfer unterstützen.

Boostedt | Boostedts Büchereileiterin Susanne Grabowski erwartete am Freitagmorgen hohen Besuch. Zur landesweiten Auftaktveranstaltung der Aktion „Willkommen in Schleswig-Holstein. Bücher und Spiele speziell für Flüchtlinge“ hatte sich deren Schirmherr angesagt, Innenminister Stefan Studt (SPD).

Entwickelt wurden die sogenannten Medienboxen von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat des Landes. Zusammengestellt sind darin Informationen über Schleswig-Holstein sowie Bilder- und Wörterbücher zum Deutsch lernen für die Ausgangssprache Arabisch. 78 dieser Boxen sollen bis zum Jahresende in 63 Büchereien und deren Außenstellen im Land zur Verfügung stehen. Gedacht sind sie als Leihgaben für ehrenamtliche Helfer, um sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Kosten von 110  000 Euro sichern Schleswig-Holsteins Sparkassen.

„Ich freue mich, dass dieser Auftakt hier stattfindet. Denn Boostedt ist Vorbild für die Willkommenskultur in Schleswig-Holstein“, sagte Stefan Studt vor den rund 50 Besuchern. Trotz gebrochener Versprechen sei die Gemeinde bereit, weiterhin gemeinsam nach Lösungen zur Unterbringung der Flüchtlinge zu suchen. Für dieses Rückgrat in Anbetracht dieser großen Herausforderung habe Boostedt seinen Dank und seine Anerkennung, erklärte er im Hinblick auf die kürzliche Erweiterung der Erstaufnahmestelle von 500 auf 2000 Plätze (der Courier berichtete).

„Zurzeit sind 28  000 Flüchtlinge im Land. Und täglich zählen wir Hunderte weitere Zugänge. Ängste und Befürchtungen bleiben in dieser Situation nicht aus. Doch wo gegenseitiges Kennenlernen gelebt wird, ist es möglich, diese zu überwinden. Auch dafür ist Boostedt beispielhaft“, würdigte Studt das ehrenamtliche Engagement vor Ort. „Denn eines darf nicht passieren: dass die Stimmung im Land kippt und dies von anderen Kräften ausgenutzt wird.“ Integration bedürfe integrativer Begegnung. Deshalb sei Sprache der Schlüssel zu allem, erklärte Stefan Studt, bevor er mit Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen (Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein), Andrea Dallek (Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein) und Martin Deertz (Vorstandsmitglied der Sparkasse Südholstein) die erste Medienbox übergab.

Zu deren Nutzern werden nun vor allen Dingen die örtlichen Hilfsorganisationen, der Verein Willkommen in Boostedt (WiB) und der Arbeitskreis Flüchtlingspartnerschaft der Bartholomäus-Kirchengemeinde gehören. Dort wird seit dem Ankommen der ersten Flüchtlinge im April Deutschunterricht gegeben.

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