Neumünster : Brutaler Einbrecher wurde verurteilt

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Der junge Mann, der bei einem Einbruch die Anwohner mit einem Messer bedrohte, wurde zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt.

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18. Juli 2018, 14:53 Uhr

Neumünster | Der junge Mann (27), der im Dezember vergangenen Jahres bei einem Einbruch an der Marienstraße von den Anwohnern überrascht wurde und sie dann mit einem Messer bedrohte, wurde jetzt vom Kieler Landgericht wegen räuberischer Erpressung im besonders schweren Fall und Einbruchdiebstahls zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. Gleichzeitig ordnete das Gericht die Unterbringung des schwer Drogenabhängigen in einer geschlossenen Entziehungsanstalt an. Der Staatsanwalt hatte sechseinhalb Jahre Haft gefordert, der Verteidiger eine Strafe unter sechs Jahren.

Der Angeklagte, der über Jahre immer wieder durch ähnliche Taten mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, gestand den brutalen Übergriff sowie einen weiteren Einbruch vor Gericht in vollem Umfang. Er schilderte, wie er sich am 12. Dezember 2017 gegen Mittag gerade in der Wohnung eines älteren Ehepaares nach Beute umschaute, als die Bewohner plötzlich nach Hause kamen. Er griff sich demnach spontan ein Küchenmesser, forderte Geld und Schmuck und hielt seinen Opfern die 15 Zentimeter lange Klinge an Hals und Bauch. Der maskierte Mann drohte damit, das Paar „abzustechen“, und zwang es, sich bäuchlings aufs Bett zu legen. In ihrer Not händigte die Frau dem brutalen Einbrecher eine Schmuckschatulle und ihr Portemonnaie aus. Wenig später suchte der Angeklagte mit 250 Euro Bargeld, Ausweispapieren sowie Schmuck im Wert von rund 30 000 Euro das Weite. Die Beute versetzte er für zirka 10 000 Euro, um von dem Erlös Drogenschulden und weiteres Rauschgift zu zahlen.

Drei Tag später stieg er an der Klaus-Groth-Straße im Schutz der Dunkelheit in ein Reihenhaus ein, „weil kein Auto vor der Tür stand“. Diesmal blieb er unentdeckt und ließ Schmuck und einen kleinen Tresor mitgehen. Doch der Sicherheitsschrank war leer, wie er wenig später enttäuscht feststellte, als er ihn auf einem Parkplatz an der Baeyerstraße aufstemmte.

Um die Drogenprobleme des jungen Mannes einschätzen zu können, ließ das Gericht einen Sachverständigen zu Wort kommen. Der Angeklagte, der in Magdeburg geboren wurde, wuchs in zerrütteten Familienverhältnissen und Heimen auf. In Neumünster war er zeitweilig obdachlos. Jetzt hofft er auf einen Neuanfang durch eine Langzeittherapie und möchte seine abgebrochene Maurerlehre beenden. Das Urteil nahm er sofort an.

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