Brustkrebs: Ein Nachmittag voller Informationen

Experten am Rednerpult waren  Dr. Ingrid Buck, Professor Christoph Mundhenke (links) und Professor Ulrich Kleeberg.
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Experten am Rednerpult waren Dr. Ingrid Buck, Professor Christoph Mundhenke (links) und Professor Ulrich Kleeberg.

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22. September 2010, 07:02 Uhr

Neumünster | Brustkrebs - diese Diagnose kann Frauen jeden Alters treffen, und für alle ist sie ein Schock. Nicht nur der Körper ist betroffen, sondern auch die Seele. Für die Patientinnen stehen sofort viele Fragen im Raum. Das wissen die Experten vom Brustzentrum im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK). Deshalb hatten sie gestern zum ersten Mal zu einem Brustkrebs-Patientinnentag ins FEK eingeladen. Das Thema des Nachmittags lautete: "Die informierte Patientin - der erste Schritt zur Veränderung." Drei Vorträge, Diskussionen und mehrere Informationsstände gab es bei Kaffee und Kuchen für die rund 40 Zuhörer, darunter viele Patientinnen und ihre Angehörigen.

Gleichzeitig stellten sich mit der Veranstaltung zwei relativ neue Mediziner des Hauses vor: Professor Dr. Christoph Mundhenke ist seit April Chefarzt der Frauenklinik am FEK. Dr. Ingrid Buck kam Anfang 2010 nach Neumünster, ist Oberärztin und leitet das hiesige Brustzentrum, das mit den Kliniken Heide, Rendsburg und Itzehoe zum Holsteinischen Brustzentrum zusammengeschlossen ist. Gleichzeitig, so konnten die Betroffenen erfahren, gibt es einen Schulterschluss der Neumünsteraner mit der Uni Kiel, denn "dort ist die Quelle der Wissenschaft", erklärte Ingrid Buck. Deshalb galt es gestern auch, den Standort Neumünster als Kompetenzzentrum bekannt zu machen.

"Der Bedarf der Patientinnen an Informationen ist hoch", hat Christoph Mundhenke festgestellt. Er und seine Kollegen möchten erreichen, dass sie verlässliche Auskünfte in verständlicher Form bekommen. "Aktuelle Ratgeber und Leitlinien", hieß deshalb der Vortrag des Chefarztes, der auch viel kostenloses Material im Gepäck hatte.

Fast philosophisch wurde es, als In grid Buck das Mikrofon ergriff. "Krankheit als Chance - gibt es das?", fragte sie. Ihr ging es um eine Antwort aus der Schulmedizin, doch ihre kunst- und psychotherapeutische Zusatzausbildung spielte dabei eine Rolle.

Das fast einstündige Hauptreferat hielt Professor Ulrich Kleeberg von der Hämatologisch-Onkologischen Praxis Altona, der unter anderem im Vorstand der Weltkrebsgesellschaft sitzt. "Die Bedeutung der Lebensführung für den Verlauf einer Brustkrebserkrankung" war sein Thema. "Die Lebensführung hat einen unglaublichen Einfluss auf Entstehung, Wachstum und Heilung von Krebs", sagte der Experte. Dabei geht es laut Kleeberg um die richtige Ernährung, um Bewegung und die Reduzierung so genannter Genussgifte.

Nach den Vorträgen gab es manches Gespräch an den Infoständen. Neben einer Pharmafirma waren zwei Sanitätshäuser vertreten. Viele Patientinnen zog es an den Tisch von Helga Gießelmann und Doris Schlünzen, die mit der Herzkissenaktion für Freude und Linderung der Schmerzen bei Betroffenen sorgen. 19 Frauen aus Wattenbek nähen ehrenamtlich bunte Herzkissen und verschenken sie im FEK als therapeutische Stütze, die die OP-Narbe entlastet.

Zulauf hatte auch Nicola Nordenbruch aus Hamburg. Sie hatte nicht nur ihr Buch "Sternzeichen Waage - Diagnose Krebs" im Gepäck, in dem sie von ihrer eigenen Krankheit berichtet, sondern zeigte auch ihre Herz-Kunst mit aufmunternden Sprüchen wie "Amor statt Tumor". "Mir ist es egal, ob ich heute etwas verkaufe. Ich suche hier in erster Linie das Gespräch", sagte sie fröhlich.

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