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Brügge : Brügger Markt: Die Zukunft ist ungewiss

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Immobilienfirma verwirft ihre Pläne, Eigentumswohnungen zu bauen.

Brügge | „Die Zukunft des Brügger Markts steht in den Sternen.“ Das erklärte der Inhaber Peter Rosenkranz (65) mit Bedauern. Sicher ist, dass der ehemalige Landgasthof nun doch keinen Eigentumswohnungen weichen wird.

Der Inhaber des 250 Jahre alten, zentral gelegenen Reetdachhauses am Marktplatz hatte seine Gaststätte 2011 „aus gesundheitlichen Gründen“ geschlossen. Anfang 2014 hatte er die Firma Ostsee Immobilien aus Kiel-Heikendorf mit der Vermarktung beauftragt. Geplant war der Bau eines Wohnhauses mit neun Eigentumswohnungen zwischen 90 und 140 Quadratmetern auf dem etwa 1500 Quadratmeter großen Grundstück (der Courier berichtete). Der Projektleiter der Firma aus Heikendorf, Jörn Panthel, erklärte dazu: „Dass wir das Vorhaben auf Eis gelegt
haben, hat verschiedene firmeninterne Gründe. Einer davon ist, dass die Nachfrage für Wohnungen in der Lage nicht in der
Form gegeben war, um
mit der Bebauung zu starten.“
 Im Mai dieses Jahres hätte nach Plan mit dem Abriss des Gebäudes begonnen werden sollen. „Wir haben verschiedene Ideen, wie es weitergehen könnte. Die sind allerdings noch nicht spruchreif“, sagte Jörn Panthel weiter. Mit einer konkreten Idee wartete Besitzer Peter Rosenkranz auf: „Die Kirche könnte als Investor auftreten und Wohnungen für Asylsuchende bereitstellen. Die Kirchengemeinde hatte sich in der Vergangenheit vehement gegen den Bau von Eigentumswohnungen gewehrt.“

Das sah Henry Koop, Pastor der Kirchengemeinde Sankt Johannis, anders: „Wir haben bekannt gegeben, dass wir das Vorhaben im Hinblick auf die Ortsplanung für verfehlt halten. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass die Wohnungen mit einem Verkaufspreis von etwa 300  000 Euro viel zu teuer gewesen wären. Wer sollte denn da einziehen? Das können sich sicherlich nur sehr wenige Senioren leisten.“ In puncto Flüchtlingsunterkunft verwies Henry Koop auf die Aufgabe der Kommune: „Da sind wir nicht der erste Ansprechpartner“, hieß es.

Axel Reese, erster stellvertretender Bürgermeister der 1031 Einwohner in Brügge, verwies auf die kommende Sitzung der Kommunalpolitiker: „Da wird das Thema Brügger Markt auf den Tisch kommen.“ Der Bauunternehmer hingegen meinte zu der Frage, ob die Gemeinde Interesse am Kauf des Gebäudes hätte: „Ich bin vom Fach und kenne die Substanz des Gebäudes. Da müsste die Gemeinde zu viel investieren.“

Peter Rosenkranz hatte das Gebäude, das bereits seit 1900 als Gasthof betrieben wurde, 1988 gekauft.  

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