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Prehnsfelder Weg : Brücke musste in Rekordzeit weichen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wegen der Holstenköste mussten die Arbeiten deutlich schneller gehen. Nicht jeder hielt sich an die Sperrung der Autobahn.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2015 | 06:45 Uhr

Neumünster | Kurz vor 22 Uhr wurde es am Sonnabendabend auf der Autobahn 7 zwischen den Abfahrten Neumünster-Mitte und -Nord plötzlich verdächtig ruhig. Von diesem Zeitpunkt an war die Strecke für den Verkehr voll gesperrt. Grund waren die Abrissarbeiten ander Brücke am Prehnsfelder Weg. Das Bauwerk musste im Zuge der Autobahnerweiterung weichen.

Nur eine Handvoll Baumaschinen rollten jetzt noch auf der Fahrbahn hin und her. „Zunächst bereiten wir ein Sandbett vor, damit wir mit dem schweren Gerät die Fahrbahn nicht beschädigen“, beschrieb Peter Schreiber, Verkehrskoordinator, das Vorgehen vor Ort. Bevor der Sand auf der gesamten Fahrbahn verteilt werden konnte, mussten zunächst die Leitplanken weichen.

Auf der Baustelle herrschte ein rauer Umgangston. Alles musste schnell gehen. In dieser Nacht saß die Zeit den etwa 30 beteiligten Arbeitern im Nacken. „Wir haben ursprünglich 15 Stunden für den Abriss eingeplant. Wegen der Holstenköste wurden uns nur elf Stunden gewährt. Das ist sehr sportliche Zeitspanne“, sagte Peter Caspar Hamel, Sprecher der für den A7-Ausbau zuständigen Via Solutions Nord.

Gegen 22.50 Uhr war schließlich alles vorbereitet, der Abriss konnte beginnen. „Das ist gleich wie im Film ‚Jurassic Park‘“, sagte Schreiber und deutete auf die gewaltige Abriss-Schere, die mit Fantasie in der Tat einem Dinosaurier nicht unähnlich ist. Mit Leichtigkeit biss sich der stählerne Koloss wenig später durch Über- und Unterbau der Brücke. Unterstützung gab es von zwei weiteren Maschinen, die mit nicht minder massiven Meißeln ausgerüstet der Brücke an die Substanz gingen und das scheidende Bauwerk kurz darauf in eine dichte Staubwolke hüllten. Am Ende blieb von der Brücke nur noch ein etwa 850 Tonnen schwerer Schutthaufen übrig.

Links und rechts am Prehnsfelder Weg hatten sich längst zahlreiche Schaulustige versammelt, um sich das Geschehen live vor Ort anzuschauen. Doch nicht jeder, der in dieser Nacht vor Ort ankam, war gut informiert. Ungläubig schauten die Arbeiter drein, als nach zwei Stunden Vollsperrung allen umfangreichen Absperrmaßnahmen und Blinklichtern zum Trotz plötzlich ein Sprinter samt Anhänger mit bulgarischem Kennzeichen auf der Autobahn in Richtung Hamburg angebraust kam. Gerade noch rechtzeitig stoppte Peter Schreiber das Fahrzeug und klärte den Fahrer über sein gefährliches Fehlverhalten auf. Im Rückwärtsgang musste das Gespann die Autobahn schließlich wieder verlassen.

Punkt 9 Uhr wurde die Autobahn wieder freigegeben. „Das ist schon beeindruckend, wie schnell so etwas geht“, sagte Bernd Wedemeyer aus Einfeld, der mit seiner Tochter Anna (7) an die Baustelle geradelt kam. Auch Achim Lange aus der Böcklersiedlung schaute sich die Reste der Brücke am nächsten Morgen noch mal an. „Das war immer meine Fahrradstrecke. Jetzt muss ich mir wohl erstmal eine andere suchen“, sagte er. Etwa sieben Monate wird es dauern, bis eine neue etwa 15 Meter verlängerte Brücke an der Stelle aufgebaut ist.

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