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Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 18:10 Uhr

Abstimmung : Brexit schockt die Wirtschaft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unternehmer sprechen von nicht absehbaren Folgen

von
erstellt am 25.Jun.2016 | 09:00 Uhr

Neumünster | Das knappe, aber eindeutige Votum der Briten für den EU-Austritt hat auch in Neumünster die Unternehmer und Wirtschaftsverbände überrascht und geschockt.

Uli Wachholtz, Präsident der Unternehmensverbände Hamburg und Schleswig-Holstein, sprach von einem „schwarzen Tag für Europa“. Sicher sei, „dass Europa in der Welt an Bedeutung, Kraft und Einfluss verliert. Wir müssen jetzt, vor allem in Brüssel, daran arbeiten, dass mit der Entscheidung Großbritanniens nicht die europäische Idee ins Wanken gerät und ein Dominoeffekt durch eine Stärkung der Austrittsbefürworter in anderen EU-Ländern einsetzt“, sagte er.

Bauunternehmer Ulf Michel, Vize im Unternehmensverband Mittelholstein, findet es „extrem bedauerlich. Die Engländer sind uns in vielem näher als die Südeuropäer, etwa beim Arbeitsethos.“ Die Folgen des Abschieds seien noch nicht abzusehen. „Aber sie werden negativ sein.“ Die Entscheidung sei demokratisch und zu respektieren, aber falsch. Positiv gewendet müsse jetzt die Architektur der EU, wie sie derzeit ist, auf den Prüfstand. Michel: „Wir müssen besser werden.“

Bei Tobias Frerck, Chef des Steckverbinderherstellers Gisma, brennen beim aktuellen Szenario „zwei Seelen in der Brust“. In der Beschaffung sieht er Vorteile, beim Verkauf könne es schwieriger werden. „Die Briten haben eine starke Öl- und Gasindustrie. Das sind unsere Kunden. Wir werden aber nicht panisch, denn wir sind breit aufgestellt in unterschiedlichen Märkten“, sagte er.

Der Sparkassen-Vorstand Andreas Fohrmann bedauert das Votum für den Brexit. „Es war ein Votum gegen ein Europa, das unbeschränkt vereinheitlicht. Wir brauchen jetzt eine Neubelebung der gemeinsamen europäischen Idee, die näher am Menschen ansetzt und die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Nationen berücksichtigt.“

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