Breitfelder und Schroeter sorgten für Blues-Sturm

Uwe Garlitz aus Flintbek zeigt sein ersteigertes T-Shirt, auf dem sich namhafte Blueskünstler verewigt haben.
Uwe Garlitz aus Flintbek zeigt sein ersteigertes T-Shirt, auf dem sich namhafte Blueskünstler verewigt haben.

Mehr als volles Haus im Bordesholmer Savoy / T-Shirt wurde versteigert

shz.de von
13. Januar 2015, 14:46 Uhr

Wer geglaubt hat, im Savoy-Kino vor dem Sturm in Sicherheit zu sein, hat sich getäuscht: Georg Schroeter, Marc Breitfelder und Tim Engel entfesselten in dem urigen Kino einen Blues-Blizzard der Extraklasse. Schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn der erfolgreichen Kieler Musiker waren die Sitze plus zusätzliche Stuhlreihen besetzt. „Sie sind immer wieder ein Highlight, und obwohl sie erst zu Weihnachten hier aufgetreten sind, ist das Haus wieder voll“, freute sich Hannes Runkler, Leiter der Musiksparte des Kinos.

Dass den norddeutschen Künstlern der Rhythmus im Blut steckt, wurde offiziell 2011 bestätigt, als Georg Schroeter und Marc Breitfelder als erste Europäer den begehrten International Blues Challenge Award in Memphis erhielten. Die rund 170 Gäste des Savoy erwarteten also ein Konzert auf höchstem Niveau. Und sie bekamen es: Nach einem ruhigen Solo vom Klaviervirtuosen Georg Schroeter legte das Trio einen fulminanten Sound hin und riss die Zuhörer mit, so dass nach zwei Minuten die ersten rhythmisch mitzuklatschen begannen. In den fetzigen Stücken schraubten die Musiker die Emotionen höher, und das Publikum erlöste sich selbst durch spontane Zurufe und Zwischenapplaus. Was Marc Breitfelder aus einer Mundharmonika heraus holen kann, ist phänomenal und rar: Zum treibenden Rhythmus des Klaviers und Schlagzeugs improvisierte er begnadet und steigerte das Mini-Instrument in atemberaubende Höhen.

Orientalisch anmutende Klänge, orgelähnliche Töne und auch humoristische Laute, die das Publikum zum Lachen brachten, zauberte Breitfelder voll konzentrierter Hingabe in einem fast zehnminütigen Solo. „Ich spiele Mundharmonika seit meinem 15. Lebensjahr“, erzählte der 49-jährige Kieler. „Dazu gebracht hat mich ein Rockpalast-Auftritt von Paul Jones aus der Blues Band. Ich habe mir sofort am nächsten Tag eine Mundharmonika gekauft.“

Auch der Bordesholmer Schlagzeuger Tim Engel beeindruckte mächtig. Während seines sich durch Schnelligkeit und Einfallsreichtum auszeichnenden Solos fragte man sich: „Wie viele Arme hat der Mann eigentlich? Wahnsinn!“

Das Konzert gefällt uns wirklich gut“, meinte Robert Becker aus Neumünster, der gemeinsam mit seiner Tochter Noemi Heibeck aus Kiel da war. „Eigentlich sind wir AC/DC-Fans, aber die Jungs machen das super!“

Die hervorragende Stimmung im Publikum war auch der erfolgreichen T-Shirt Versteigerung zugunsten krebskranker Kinder geschuldet, die vor dem Konzert statt fand. Über 600 Euro sammelte der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche für ein
von namhaften Blues-Künstlern unterschriebenes T-Shirt, das Uwe Garlitz aus Flintbek erworben hat, indem er
als Letzter fünf Euro in einen Hut spendete. 

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