zur Navigation springen

Trappenkamp : Breites Sportangebot für Sehbehinderte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Landesförderzentrum Sehen (LFS) lud zum Sportcamp nach Trappenkamp ein . 300 Betroffene und ihre Angehörigen hatten ihren Spaß.

Neumünster | Blinde oder stark sehbehinderte Kinder und Jugendliche trauen sich oft nicht, in den heimatlichen Sportverein zu gehen. Andererseits haben die dortigen Trainer und Betreuer oft Furcht vor der Verantwortung und dem Umgang mit Sehbehinderten. Das in Schleswig ansässige Landesförderzentrum Sehen (LFS) hat deshalb etwas Besonderes ins Leben gerufen: ein Sportcamp für Sehbehinderte und interessierte Betreuer. Im Rahmen des jährlichen Sommerfestes fand es in der Landesturnschule in Trappenkamp statt. Rund 300 Besucher hatten hier ihren Spaß und konnten sich in Sportarten ausprobieren, die für Sehbehinderte nicht alltäglich sind.

Bogenschießen, Judo, Rhönradturnen, Inlinern, Handball spielen, Kampfsport, aber auch Tanzen und Trampolinspringen gehörten hier mit zum vielfältigen Angebot. „Wir wollen mithelfen, dass die Kinder in die Vereine kommen. Es gibt natürlich Ängste auf beiden Seiten, aber eigentlich geht fast alles“, erklärte der Leiter des LFS, Josef Adrian.

So übten sich zum Beispiel Finn (13) und Jeannette (14) im Judo, und Lisa (9) eroberte gemeinsam mit ihrer Freundin Melina (9) quietschvergnügt das Trampolin. „Das ist ein absolut tolles Angebot. Das ist doch mal etwas anderes als schwimmen oder Fahrrad fahren“, freuten sich denn auch Finns Eltern Angelika und Niels Albrecht aus Elmshorn.

„Wir haben uns gerade ein Tandem angeschafft. Aber es ist doch schwerer als ich dachte, darauf hinten zu sitzen“, berichtete Ulrich Wegener (47) aus Flintbek nach einer Probefahrt. „Jetzt wundere ich mich nicht mehr, dass meine Tochter ängstlich ist, wenn wir starten“, gab der Vater einer blind geborenen zehnjährigen Tochter einsichtig zu.

Ihren Spaß beim Showdown-Spiel (einer Art Tischtennis) hatten dagegen die Geschwister Anna (11) und Arvid (9) aus Heide. Anna, die seit ihrer Geburt an Grauem Star leidet, war dabei sogar gegenüber ihrem sehenden Bruder leicht im Vorteil. Denn Anna liebt das Spiel und trainiert fleißig für die Weltmeisterschaft, erzählte sie lächelnd.

Arnulf Böse (45) aus Lübeck besuchte das Camp dagegen aus trainerischem Interesse. „Ich wollte mir ansehen, was beim Bogenschießen möglich ist. Das ist gar nicht so schwer. Die Anregungen werde ich jetzt mit in den Verein nehmen, denn wir würden uns freuen, wenn wir auch diese Schützen bei uns begrüßen könnten“, sagte er.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Okt.2014 | 17:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen