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Ausstellung : Braune Fallen: Wie Jugendliche geködert werden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ausstellung im Rathausfoyer zeigt die Tricks der Rechtsradikalen, den Nachwuchs einzulullen / Innenminister Breitner lobt Geschlossenheit Neumünsters im Kampf gegen Neonazis

Wie wird aus einem „ganz normalen“ Jugendlichen ein Rechtsradikaler? – Das wird plastisch und eindrucksvoll in einer Ausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz demonstriert. Nach einjähriger Wartezeit ist die viel beachtete Wanderausstellung seit gestern im Foyer des neuen Rathauses zu sehen.

Anhand eines fiktiven jungen Mannes zeigt die Schau die „braunen Fallen“ auf , die rechtsextreme Vordenker auslegen, um vor allem junge Leute zu ködern. Anschaulich wird dabei verdeutlicht, welche Rolle Musik, Video, Internet und Pseudo-Kameradschaft dabei spielen.

Rund 100 Eröffnungsgäste zeigten sich gestern Abend beim ersten Rundgang durchaus angetan von der multimedialen Schau, die vor allem Jugendlichen die Augen öffnen soll. Unter den Gästen auch Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner, der die Schau insbesondere Schulklassen empfahl und für die Stadt ein großes Lob hatte. An Neumünsters Kampf gegen braune Abgründe beeindrucke ihn vor allem die Geschlossenheit, mit der die Stadt rechtsextremen Tendenzen die Stirn biete. Ausdrücklich nahm Breitner den Verfassungsschutz als Autor der Schau in Schutz. Der Verfassungsschutz sei für ihn trotz aller Kritik in jüngster Vergangenheit ein „unverzichtbares Beratungsinstrument der Politik“, sagte Breitner.

Auch in Neumünster gebe es „immer wieder neue braune Fallen“, sagte Henning Möbius, Vorsitzender des Rundes Tisches für Toleranz und Demokratie, der die Schau nach Neumünster geholt hat. Möbius verwies auf ein Flugblatt, mit dem die NPD derzeit Stimmung gegen die Sanierung der zentralen Flüchtlingsunterkunft am Haart zu schüren versuche. „Das sind die Stimmen von geistigen Brandstiftern“, denen es entgegenzutreten gelte, sagte Möbius. Die Ausstellung sei ein Beitrag dazu.

Das Bündnis gegen Rechts (Mitglied beim Runden Tisch) will in den kommenden Tagen eine Dokumentation über rechte Szenetreffs in Neumünster vorlegen, die die Schau ergänzen soll. Die Ausstellung im Neuen Rathaus ist bis zum 5. März zu sehen. Mitarbeiter des Verfassungsschutzes stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Anmeldungen zu Führungen durch die Schau nimmt die Stadt unter Tel. 942-2495 entgegen.

Gemeinsam mit Neumünsters Landtagsabgeordneter Kirsten Eickhoff-Weber stellte Innenminster Breitner am Rande der Ausstellung das neue Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus vor. Dort können sich Kommunen, aber auch Schulen, Vereine, Eltern oder Betroffene Aufklärung und Rat im Umgang mit braunen Angriffen oder Anbiederungen holen. Nähere Infos unter www.beranet-sh.de.

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erstellt am 18.Feb.2014 | 05:30 Uhr

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