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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 19:50 Uhr

Freizeit : Bowling-Bahn schließt Ende Juni

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bahn-Betreiber Kai Flathmann sieht sich als Opfer einer Insolvenz-Abwicklung und hat die enttäuschten Bowling-Vereine informiert

von
erstellt am 10.Jun.2016 | 08:15 Uhr

Neumünster | Zum Stadtfest lädt die „Fun Fabrik Bowl“ im Kuhberg-Karree die Köstenbesucher noch traditionell zum kostenlosen Bowling ein. Doch der Betreiber Kai Flathmann hat schlechte Nachrichten: „Wir sind offensichtlich als Mieter nicht erwünscht und schließen zum 30. Juni.“ Den 25 Mitarbeitern hat er gekündigt, die Spieler der Haus- und Betriebsligen sind informiert.

Hintergrund der Schließung: Flathmann, der das Bowlingcenter seit Dezember 2011 betreibt, liegt im Clinch mit dem Vermieter, einem insolventen Fonds mit Sitz in Luxemburg. „Der Insolvenzverwalter wickelt einfach nur ab für die Gläubiger. Dem ist alles wurscht“, sagt Flathmann. Nach vier Jahren als Mieter werde nicht einmal das Gespräch mit ihm gesucht. Möglicherweise gebe es zum 1. Juli aber einen neuen Eigentümer der Immobilie, so Flathmann.

Ob und wie es nach dem 30. Juni weitergeht? Flathmann, der weitere Bowlingcenter in Kiel und Aschaffenburg betreibt, weiß es nicht. Das alles sei natürlich sehr schade für die Vereine. Die wurden am Mittwoch offiziell von der bevorstehenden Schließung informiert und haben das sehr emotional aufgenommen. Jan Duve zum Beispiel spielt seit zehn Jahren bei den „Pin Busters“ in der Schwaleliga. „Das ist die Hausliga in der Fun Fabrik, hier bowlen 18 Teams mit jeweils fünf Spielern“, sagt Duve. Daneben gibt es noch die Sonntags-Liga, das Betriebsbowling, den Firmen-Bowling-Cup und den Vereinssport mit offiziellen Titelkämpfen auf der Anlage. „Alles steht in den Sternen. Ob die Bahn weiter betrieben wird, wissen wir nicht“, sagt Duve: „Das wäre schade, die nächste Bahn von diesem Standard ist in Hamburg.“

Traurig und enttäuscht ist Bernd Gröper. „Das ist für den Freizeit- und Breitensport das Schlimmste, was Neumünster passieren kann“, sagt der Abteilungsleiter bei der DJK Eintracht. „Wir haben erst zum Jahresbeginn die Bowlingabteilung aufgemacht im Verein, und jetzt ist abrupt Schluss“, sagt Gröper.

Julia Proskuriakowa und Tobias Steen sind zwei von 25 Mitarbeitern, die jetzt ihren Job verlieren. „Wir wissen es seit knapp drei Wochen, ich habe mich schon bei der Arbeitsagentur gemeldet“, sagt die Servicekraft, die seit 2011 dort arbeitet. Eine neue Arbeit hat sie ebenso wenig in Aussicht wie Tobias Steen, der bereits seit elf Jahren für Flathmann arbeitet. Melanie Berndt, die gestern mit ihrem Sohn Tim (9) zum Kösten-Bowling reinschaute, wusste noch gar nichts von der bevorstehenden Schließung. „Ich finde das schade, wir haben immer gerne hier gebowlt. Eine Freizeitmöglichkeit weniger“, bedauert sie.

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