Darsteller in Pseudo-Doku-Soap : Bordesholmer Polizist löst Fälle im „Blaulicht-Report“ auf RTL

Hände hoch und an die Wand – zum Spaß: Der Bordesholmer Martin Illenseher (links) in seiner Spiel-Uniform als Oberkommissar Jan Hagmeier arbeitet an einem Musikvideo mit Gero Janovsky aus Dätgen.
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Hände hoch und an die Wand – zum Spaß: Der Bordesholmer Martin Illenseher (links) in seiner Spiel-Uniform als Oberkommissar Jan Hagmeier arbeitet an einem Musikvideo mit Gero Janovsky aus Dätgen.

Martin Illenseher ist echter Polizeibeamter. In seiner Freizeit spielt er in der RTL-Sendung den Cop Jan Hagmeier – nun plant er ein Musikprojekt.

shz.de von
09. Februar 2018, 19:30 Uhr

Bordesholm | Eigentlich wollte Martin Illenseher nur seine Tochter zu einem offenen Casting begleiten. Nun gehört der Bordesholmer zur Stammbesetzung der RTL-Pseudo-Doku-Soap „Der Blaulicht-Report“ und wirkt auch als Komparse in diversen Tatorten und anderen Kriminalfilmen mit.

An seine erste Rolle 2011 erinnert sich der 47-Jährige noch genau: „Ich habe einen Verlierer gespielt, der sich eine russische Liebschaft angelacht hat, doch sie wollte nur sein Geld.“ Die Sequenz hat er für die RTL-Reihe „Betrugsfälle“ gedreht. Vielen hatte er nicht von seiner Hobby-Darstellerei erzählt. Ein bisschen Schamgefühl, in so einer Sendung zu spielen, hatte er zunächst schon. „Meine Familie hatte ohne mein Wissen Freunde zum Fernsehen eingeladen. Als ich nach Hause kam dachte ich nur: Jetzt sehen mich alle im seidenen Pyjama auf dem Wasserbett!“ Doch die Reaktionen waren durchweg positiv – auch auf seiner Arbeitsstelle, der Wasserschutzpolizei Kiel. „Die Kollegen finden es lustig.“ Das änderte sich auch nicht, als er 2015 für den „Blaulichtreport“ vor der Kamera die Polizeiuniform anzog. „Es gibt nur eine Regel: Wir dürfen nicht die Uniform unseres eigenen Bundeslands tragen, sondern eine Spieluniform.“

Rund 300 Fälle vor der Kamera hat Illenseher als Oberkommissar Jan Hagmeier in seiner Freizeit und im Urlaub innerhalb von zwei Jahren mit seinen Darsteller-Kollegen in Köln gelöst. „Das sind manchmal sieben bis acht Fälle am Tag, aber manchmal dauert ein Fall auch zwei Tage.“ Der Bordesholmer spielt zwar den sympathischen Cop, musste aber auch schon ab und an zupacken. „Ich erinnere mich an eine Schießerei-Szene, bei der in brütender Hitze wahnsinnig viele Einstellungen in den Kasten mussten. Ich bin aber auch immer gefragt, wenn nackte Frauen gerettet werden müssen“, sagt Illenseher und lacht. Oberste Prämisse sei aber, dass sich beim Dreh keiner verletze. „Die Sendung wird nachmittags ausgestrahlt, das heißt, wir müssen darauf achten, dass es nicht zu brutal wird, weil viele Jugendliche zuschauen.“

Dass dieses Sendeformat die Arbeit von Polizeibeamten vollkommen überzeichnet, findet Illenseher nicht schlimm: „Das hilft einem selbst, nicht den Bezug zur Realität zu verlieren.“ Sein polizeiliches Wissen fließe aber in die Szenen ein: „Wie man Handschellen anlegt oder jemanden zu Boden ringt, weiß ich natürlich.“

Eine große Fan-Gemeinde hat sich Illenseher mit seiner Freizeit-Kommissaren-Rolle erspielt. „Ich freue mich, wenn ich Menschen unterhalten kann.“ Man dürfe die Darstellerei aber selbst nicht zu ernst nehmen, „weil man weiß, irgendwann ist es vorbei“. Da voraussichtlich die Sendung „Blaulicht-Report “ wegen zu geringer Einschaltquoten abgesetzt wird, sind auch die Tage des Jan Hagmeiers gezählt. Weitere Rollen seien aber schon im Gespräch.

 Für Martin Illenseher (links) aus Bordesholm hat Gero Janovsky aus Dätgen ein Lied komponiert, für das die beiden ein Youtube-Video drehen wollen.
Foto: Gunda Meyer
Für Martin Illenseher (links) aus Bordesholm hat Gero Janovsky aus Dätgen ein Lied komponiert, für das die beiden ein Youtube-Video drehen wollen.
 

Außerdem möchte er gemeinsam mit seinem Freund Gero Janovsky aus Dätgen seine Rolle mit Musik verbinden. Der Hobby-Musiker und -Theaterschreiber Janovsky hat dafür eigens ein Lied komponiert, in dem Jan Bonnie und Clyde verhaftet. „Das Ganze ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu sehen“, sagt Janovsky. Derzeit planen die beiden kreativen Köpfe ein Musikvideo dazu, das auf Youtube zu sehen sein wird.

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