Pilotprojekt : Bordesholmer bauen Batteriespeicher

Der Energiewendeminister Dr. Robert Habek (rechts) übergab gestern den Fördermittelbescheid für den Bau eines Batteriespeichers auf dem Gelände der Versorgungsbetriebe Bordesholm in Höhe von 1,68 Millionen Euro an den (von links) Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Jörg Niedersberg und den Geschäftsführer Frank Günther.
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Der Energiewendeminister Dr. Robert Habeck (rechts) übergab gestern den Fördermittelbescheid für den Bau eines Batteriespeichers auf dem Gelände der Versorgungsbetriebe Bordesholm in Höhe von 1,68 Millionen Euro an den (von links) Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Jörg Niedersberg und den Geschäftsführer Frank Günther.

Minister Robert Habeck überreichte gestern einen Förderbescheid über 1,68 Millionen Euro an die Versorgungsbetriebe Bordesholm.

shz.de von
22. August 2017, 08:45 Uhr

Bordesholm | Die Versorgungsbetriebe Bordesholm (VBB) planen seit geraumer Zeit den Bau eines Batteriespeichers, der die kommunale Stromversorgung aus überwiegend erneuerbaren Energien beim Ausfall des allgemeinen Netzes gewährleisten soll (der Courier berichtete). Da das Land die Entwicklung von Speichertechnologien vorantreiben will, übergab der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und (seit neuestem) Digitalisierung, Dr. Robert Habeck (Grüne), gestern den Förderbescheid der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein in Höhe von 1,68 Millionen Euro an den VBB-Geschäftsführer, Frank Günther.

Damit trägt das Land 45 Prozent der förderfähigen Investitionssumme, die insgesamt mit zehn Millionen Euro benannt wurde. „So sollte Energieversorgung in Zukunft sein. Sie sind hier Vorreiter. Und ich ziehe den Hut vor dieser Leistung, die gut zu ihrer Betriebsphilosophie der vergangenen Jahre passt“, lobte Habeck das ehrgeizige Vorhaben. Der Speicher, der auf dem Gelände an der Bahnhofsstraße stehen wird, sei jedoch nicht nur Vorbild für andere Kommunen, sondern das Pilotprojekt sei auch „eine wichtige Forschungsplattform für die wissenschaftliche Arbeit an weiteren Lösungen auf der Basis erneuerbarer Energien“, führte der Minister aus.

Zur angestrebten Echtzeit-Kommunikation zwischen den technischen Komponenten und den Kunden werde darüber hinaus ein leistungsfähiges Glasfasernetz benötigt, das in Bordesholm bereits komplett vorhanden sei. „Dies zeigt deutlich, welche Bedeutung die Digitalisierung auch für die Energiewende hat. Schleswig-Holstein hat dabei als Vorreiter einen echten Standortvorteil, den wir nutzen sollten“, erklärte er.

Geplant ist der Batteriespeicher mit einer Leistung von acht Megawatt und einer Speicherkapazität von zwölf Megawattstunden. Davon sollen zukünftig 4,5 Megawatt und 8 Megawattstunden vermarktet werden, um Schwankungen in den Stromnetzen auszugleichen. „Diesen Teil finanzieren wir komplett selbst und rechnen dadurch ab 2018 mit einer Umsatzsteigerung von knapp zehn Prozent auf etwa 17 Millionen Euro. Bis 2023 rechnen wir außerdem mit der Schaffung von drei neuen Arbeitsplätzen“, berichtete Frank Günther.

Ein Teil des Speichers soll zudem als lokales Inselnetz fungieren, das bei Störungen oder dem kompletten Ausfall ein begrenztes regionales Gebiet ohne Spannungsunterbrechung mit Energie versorge. Mittelfristig sei das Ziel, dies aus 100 Prozent erneuerbaren Energien sicherzustellen. Begleitet werde das Projekt von Technischen Hochschule in Köln, da diese auf diesem Gebiet in ihren Erfahrungen schon weit fortgeschritten sei. Gleichzeitig plane man aber auch die enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Kiel, Lübeck und Flensburg, erklärte der VBB-Geschäftsführer.  

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