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Kasernengelände : „Boostedts Zukunft wird aufs Spiel gesetzt“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erich Rupnow will Arbeitsgruppen für die Konversion bilden.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2017 | 08:45 Uhr

Boostedt | Der Boostedter Erich Rupnow (77) hat in einem offenen Brief an Bürgermeister Hartmut König Kritik an dem vorgelegten Rahmenplan für die Konversion der ehemaligen Rantzau-Kaserne geübt. Anfang der Woche hat er diesen Brief an etwa 400 Haushalte in der Gemeinde verteilt. „Mit diesem Rahmenplan wird Boostedts Zukunft aufs Spiel gesetzt“, befürchtet Erich Rupnow. Sein Ziel ist es, eine Gruppe engagierter Boostedter zusammen zu bekommen, die einen Alternativplan für die Nutzung der etwa 100 Hektar großen Fläche im Norden der 4500 Einwohner zählenden Gemeinde ausarbeiten. Bisher hat er acht Mitstreiter gefunden.

„Zunächst wollen wir uns bei einem Informationsabend austauschen. Dann entscheiden wir, ob wir eine offene Petition starten“, erklärt Erich Rupnow, der seit 43 Jahren in Boostedt lebt. Der Maschinenbautechniker hat sich intensiv mit dem 134-seitigen Rahmenplan auseinandergesetzt, den die Berliner Firma GKU-Standortentwicklung im Auftrag der Gemeinde Boostedt erstellt hat. Die Gemeindevertretung hat den Plan im November 2016 als Grundlage zur Konversion beschlossen.

„Meiner Meinung nach sind darin stärker die Interessen des Investors vertreten, als die Belange der Boostedter“, kritisiert Rupnow. Er befürchtet zum Beispiel ein erhöhtes Verkehrsaufkommen samt Lärm und verstopften Straßen, wenn ein Teil der Gewerbefläche für die Wiederaufarbeitung alter Windkraftanlagen genutzt werde. Auch die mögliche Einrichtung eines Zentrums, von dem aus Pakete verteilt werden sollen, bereitet dem Boostedter Sorgen: „Natürlich bietet sich Gewerbe auf der riesigen Fläche an, aber es muss zu Boostedt passen. So, wie der Plan bisher aussieht, bietet er nichts Innovatives und Zukunftsfähiges.“ Ideen zur Verbesserung hat Erich Rupnow: „Private und gewerbliche Nutzer sollten verpflichtet werden, regenerative Energie etwa durch Photovoltaik erzeugen.“

Auch über die Nutzung hat er sich Gedanken gemacht: „Ich kann mir zum Beispiel eine Kurzzeitpflege für Demenzkranke vorstellen oder eine Pflegeschule. Außerdem müsste das Wohngebiet viel abwechslungsreicher gestaltet sein und sowohl bezahlbaren Wohnraum, aber auch aus der gehobenen Preisklasse bieten, am besten alles komplett verkehrsfrei.“ Wichtig ist dem Boostedter die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und den politischen Gremien. „Mein Plan ist, Arbeitsgruppen zu bilden, die sich mit verschiedenen Teilbereichen befassen und der Gemeinde zuarbeiten. Das ist ein hochkomplexes Thema mit Langzeitfolgen. Da darf man nichts in Eile übers Knie brechen.“

Einen Termin für einen ersten Infoabend hat Erich Rupnow noch nicht, bei Interesse können sich Bürger melden unter Tel. 04393 97569.

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