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Erstaufnahmestelle : Boostedter sind verärgert über die geschlossene Sporthalle

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Runder Tisch fand große Resonanz bei den Bürger. Es gab Lob und Kritik.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2015 | 19:24 Uhr

Boostedt | 80 Besucher hatten sich am Donnerstagabend zur zweiten öffentlichen Sitzung des Boostedter Runden Tisches zur Flüchtlingshilfe im Hof Lübbe eingefunden. Hier kommen Helfergruppen, Vereine und Institutionen zusammen, die sich für die Menschen in der Boostedter Erstaufnahmestelle engagieren. Es gab Anerkennung für die Arbeit der Gruppen, aber auch Kritik, insbesondere am Verhalten des Landes gegenüber den Kommunen.

Besonders verärgert äußerten sich die Besucher sowie der Vorsitzende des Boostedter Sportvereins, Peter Blumenröther, über die nun bereits seit Wochen geschlossene Sporthalle auf dem Gelände (der Courier berichtete). „Der Bedarf ist da. Die beiden Hallen im Ort reichen schon für den Sportverein nicht aus. Und an zusätzliche Angebote für die Bewohner der Erstaufnahmestelle ist überhaupt nicht zu denken“, erklärte Blumenröther. Außerdem sei es so, dass auch den noch verbliebenen Soldaten auf Gelände eigentlich ein Sportangebot zur Verfügung stehen müsse. Doch auch diese könnten die Halle nicht mehr nutzen, berichtete er weiter. Seit Wochen seien die Gemeinde, der Verein, aber auch das DRK und das Jugendamt schon an dieser Sache dran. Doch getan habe sich bisher nichts. Wenn sich in der kommenden Woche nichts tue, werde er sich an höhere Stellen in der Politik wenden, kündigte er an.

Von der Situation enttäuscht und verärgert zeigte sich auch Bürgermeister Hartmut König (CDU). „Die Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) macht es uns schwer. In diesem Laden müsste man mal richtig aufräumen. Denn so wie das jetzt läuft, wird das Land seiner Aufgabe nicht gerecht“, sagte er.

Ebenso prangerte König an, dass das Landesamt für Ausländerangelegenheiten nun bereits zum wiederholten Male nicht am Runden Tisch vertreten sei. „In finde das schwach. Von denen müsste hier auch einmal einer Rede und Antwort stehen“, lautete seine Forderung.

Diskutiert wurde aus der Teilnehmerschaft ebenso lebhaft über das Aufstellen von mobilen Toilettenhäuschen an der Einfahrt zur Erstaufnahmestelle. Manche lehnten dies rigoros ab. Andere hingegen machten sich Gedanken darüber, wer die Kosten dafür tragen sollte.

Und letztlich stand unter anderem auch das Thema Sicherheit wieder an. Mehr Licht am Kreisel, Verkehrsunterricht für die Asylbewerber und eine höhere Polizeipräsenz an gefährlichen Stellen lauteten hier die Forderungen.

„Dieses Problem habe man erkannt. Die Deutsche Verkehrswacht ist dabei, ein entsprechendes Projekt aufzulegen“, konnte dazu der für die Polizeistation in der Boostedter Erstaufnahmestelle zuständige Polizeihauptkommissar Birger Gossen, Leiter des Polizeireviers Kaltenkirchen, berichten.

Die Polizeistation auf dem Gelände sei zurzeit mit elf Kräften von früh morgens bis in die Abendstunden besetzt. Nachts stelle das Polizeirevier Kaltenkirchen eine streife, die durch die Gemeinde fahre, teilte er außerdem mit. 


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