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Landwirtschafts-Simulator : Boostedter macht Gemeinde Rade in Gamer-Szene weltbekannt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Christoph Sievers hat den Rader Spielplan für das Spiel „Landwirtschafts-Simulator“ entwickelt.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 08:15 Uhr

Boostedt/Rade | Wenn Christoph Sievers von seinen Feldern in Rade die Ernte einbringt, sitzt er nicht auf einem Trecker, sondern in Boostedt vor seinem Computer. Der 32-Jährige ist begeisterter Gamer des in der Schweiz entwickelten Computerspiels „Landwirtschafts-Simulator“, bei dem es darum geht, möglichst realitätsnah Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Der Boostedter spielt nicht nur, er hat auch die Karte im Spiel für die Gemeinde Rade entwickelt, die weltweit sehr beliebt ist.

„Landwirt war immer mein Traumberuf. Mein Vater hatte einen Hof, und ich war schon als Kind von den schweren Maschinen fasziniert. Doch der Betrieb war zu klein für eine Nachfolge. Deshalb habe ich letztlich erst eine technische und anschließend eine kaufmännische Ausbildung gemacht“, erzählt der aus Tetenhusen stammende junge Vater.

Doch das große Interesse an der Landwirtschaft und ihren Aufgaben sei ihm immer geblieben. Deshalb habe er für sich in dieser Richtung nach einem Hobby gesucht und es im Jahr 2010 schließlich mit dem Simulator gefunden. „Es ist spannend, gemeinsam mit anderen Spielern, Abläufe, zum Beispiel die Übernahme des Getreides vom Mähdrescher auf einen Traktor mit Hänger so wirklichkeitsnah wie möglich nachzuspielen. Ein Feld abzudreschen kann dann schon einmal vier Stunden dauern“, erzählt Sievers. Dafür müssen mindestens zwei Spieler miteinander kommunizieren.

Der Landwirtschafts-Simulator kann in verschiedenen Umgebungen („MOD-Maps“) gespielt werden, die von den Akteuren selbst gestaltet werden können. „Gemeinsam mit einem Mitspieler habe ich im Jahr 2011 eine erste Karte auf Grundlage der Gemeinde Rade gebaut, weil diese mit den langen Wegen zu den Feldern und der Nähe zum Wasser die optimalen Voraussetzungen für eine interessante „MOD-Map“ bot. Doch die Wahl war letztlich rein zufällig – ich selbst war bis heute noch nie in Rade“, berichtet er.

Dennoch ist das Dorf in seiner Darstellung auf dem Bildschirm nicht nur am Ortsschild, sondern in vielen Details eindeutig wiederzuerkennen. „Unter den Spielern ist Rade sehr beliebt. In den ersten zwei Monaten nach der Veröffentlichung wurde die Karte rund 145.000 Mal von Spielern in aller Welt heruntergeladen. Und wenn man im Internet unter dem Stichwort „Gemeinde Rade“ sucht, kommt die offizielle Gemeindeseite erst weit hinter den Suchergebnissen für das virtuelle Dorf“, erzählt Christoph Sievers schmunzelnd.

Mittlerweile hat sich der Wahl-Boostedter jedoch nicht nur als Spieler in der „Branche“ einen guten Namen gemacht. Sievers arbeitet ebenfalls erfolgreich an der Weiterentwicklung des Rader Spielplans. „Ich bin sehr detailverliebt, was die Umgebung angeht. Das betrifft die Schubkarre auf dem Hof und die Grasstreifen am Wegesrand ebenso wie die realistische Darstellung eines Stoppelfeldes“, erzählt er. Andere Spieler dagegen seien auf den akribischen Nachbau von Maschinen spezialisiert. „Wenn ein neuer Schlepper auf den Markt kommt, fährt dieser praktisch schon vor seiner offiziellen Vorstellung im Simulator“, erklärt der „Landwirt“ nicht ohne Stolz, bevor er sich hinter sein (Spiel-)Lenkrad setzt, um auf seinem Schlepper ein paar Runden auf den Äckern rund um Rade zu drehen.

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