Boostedt wird allein gelassen

susanne otto3

von
23. November 2014, 10:56 Uhr

Die Gemeinde Boostedt hat reichlich Probleme – und das unverschuldet: Die Bundeswehr zieht ab und damit ein großer Wirtschaftsfaktor. Das Kasernengelände bleibt und soll vermarktet werden, 500 Flüchtlinge sollen in leeren Kasernengebäuden untergebracht werden. Für eine kleine Gemeinde mit ehrenamtlichen Politikern ist das schon schwer zu stemmen. Schlimmer ist aber, dass die zuständigen Stellen die Boostedter immer nur vertrösten oder an andere verweisen. Die Bundeswehr hat mit dem Gelände in absehbarer Zeit nichts mehr zu tun, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben lässt die Gemeinde seit über sechs Monaten auf ein Angebot warten, und zu allem Überfluss sind je nach Aufgabenfeld mal die Bima in Kiel und mal die in Schwerin zuständig. Das Land zeigt sich bemüht, was die Flüchtlingsunterkunft angeht, aber konkrete Hilfe gab es noch nicht. Es zeigt sich einmal mehr, wie schwerfällig der Verwaltungsapparat ist. Die Boostedter sind die Leidtragenden. Sie sollten sich Hilfe holen und auf ein professionelles Konversionsmanagement setzen.

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