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Holsteinischer Courier

24. November 2017 | 10:28 Uhr

Asyl in der Kaserne : Boostedt: Der Zaun steht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Gelände für die Flüchtlinge ist jetzt eingezäunt, doch der Termin für den Bezug bleibt offen.

Boostedt | Rund 1200 Meter Sicherungszaun wurden in den vergangenen Wochen auf dem Gelände der Boostedter Rantzau-Kaserne aufgestellt, um das Areal der Flüchtlingserstaufnahmestelle vom Gelände der Bundeswehr abzugrenzen. Nun steht der Zaun, doch der Termin für den Einzug der ersten Flüchtlinge in die fünf zur Verfügung gestellten Gebäude bleibt ungewiss.

„Für uns ist das Gelände jetzt außerhalb der Kaserne und gehört damit nicht mehr zur Bundeswehr. Was da wie und wann passiert, ist nun Sache der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und des Landes“, erklärte Kasernenkommandant Volker Pietschmann. „Der Zugang zum abgegrenzten Gelände führt rund 500 Meter über die Panzerstraße zum Nord-Tor von der Neumünsterstraße aus. Mit der Kaserne hat das Areal somit nichts mehr zu tun“, ergänzte dazu Stabsfeldwebel Jörg Engelmann. Es handelt sich um einen Sicherungszaun mit Stacheldraht im oberen Teil so wie er auf Bundeswehrgelände üblich ist. Er dient als Abgrenzung zum Kasernengelände und zum Schutz der Flüchtlinge, die das Gelände jederzeit verlassen können.

Zwar gab es mittlerweile Begehungen durch Mitarbeiter der zuständigen Stellen, doch ein Mietvertrag zwischen dem Land und der Bima lässt weiterhin auf sich warten (der Courier berichtete). „Dieser werde jedoch nun auf den Weg gebracht“, bestätigte Mylène Pionke aus dem Geschäftsbereich Gewerbe der Bima in Schwerin auf Anfrage. Wie sich dieser inhaltlich gestalten werde, sei jedoch noch nicht festgelegt, erklärte sie.

Ebenso wartet die Gemeinde noch auf einen Termin für die Arbeitsgruppen, die die Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler (SPD) auf dem Treffen mit Boostedter Gemeindevertretern Anfang November angekündigt hatte (der Courier berichtete). „Bisher haben wir noch nichts gehört. Doch es gibt noch viel zu besprechen, und wir werden uns das Vorgehen der Landesregierung hier auch sehr genau ansehen“, sagte Bürgermeister Hartmut König (CDU) auf Anfrage. Als Zeitpunkt für den Einzug der Flüchtlinge ist laut Landesregierung der 1. Januar 2015 vorgesehen. Die Einrichtung soll wie die Erstaufnahmestelle in Neumünster ausgestattet sein.

Doch nicht nur für die Entlastung der Einrichtung in Neumünster ist der Bezug der Zweigstelle in Boostedt von Belang. Auch für die Gemeinde selbst ergeben sich daraus neue Aufgaben. So wird das Gelände der Kaserne von der Gemeinde unter anderem mit Wasser versorgt. „Wir müssen also wissen, wie viele Menschen wie lange dort letztlich unterkommen sollen“, erklärte der Leitende Verwaltungsbeamte Sven Plucas.
Ebenfalls werde die Gemeindevertretung eine Offenlegung der Mietverträge in Bezug auf deren Laufzeit einfordern. „Wir sind ein Konversionsstandort, der vermarktet werden soll. Für Anfragen von Investoren sowie für unsere eigenen Planungen brauchen wir unbedingt bindende Aussagen“, erklärte er weiter. Bisher gebe es jedoch auf den Fragenkatalog, der der Staatssekretärin bei der Einwohnerversammlung mit auf den Weg gegeben wurde, keine Antworten. „Das ist bedauerlich, denn was aus Kiel nicht beantwortet wird, schürt nur die Verunsicherung und die Ablehnung unter den Einwohnern gegenüber den politischen Entscheidungen“, gab er zu bedenken.





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