Neumünster : Bonhoeffer investiert in die Zukunft

In die Jahre gekommen: Das Gemeindezentrum ist 52 Jahre alt, die Kita feierte im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.
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In die Jahre gekommen: Das Gemeindezentrum ist 52 Jahre alt, die Kita feierte im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

Das Gemeindezentrum und die Kindertagesstätte an der Tizianstraße werden für eine Million Euro erweitert.

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28. Mai 2018, 08:00 Uhr

Manche Kirchengemeinden reagieren mit Kürzungen auf sinkende Gemeindemitgliederzahlen oder haben ihre Kindertagesstätte an das Kita-Werk des Kirchenkreises abgegeben. Die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde geht einen anderen Weg. Der Kirchengemeinderat hat sich für Investitionen entschlossen und plant mit Millionenaufwand den Ausbau des Gemeindezentrums und der Kita an der Tizianstraße.

„Der Stadtteil Brachenfeld-Ruthenberg ändert sich, es gibt mehr Kinder und mehr Ältere“, sagt Isabel Frey-Ranck. Die Pastorin ist zugleich Vorsitzende des Kirchengemeinderats und stützt sich dabei auf den Kita-Bedarfsplan der Stadt sowie eine demografische Erhebung der Graf-Recke-Stiftung. Der Träger des Senioren- und Pflegeheims Haus Berlin plant an der Hanssenstraße ein neues Quartier. Auch die Bonhoeffer-Gemeinde will sich dort engagieren. „Wir jammern nicht, wir machen was“, sagt Rolf Sieksmeyer, Kirchengemeinderat und Vorsitzender der Bauausschusses. An der Dietrich-Bonhoeffer-Kita wurden die bestehenden Gruppenräume saniert und sollen erweitert werden. Geplant ist unter anderem eine Krippengruppe sowie ein sogenanntes Kinderrestaurant und ein Kreativ-Atelier.

Auf einem von der Stadt gekauften Grundstück an der Rembrandtstraße entsteht ein Anbau für Gruppen- und einen Bewegungsraum. „Die Kita ist mal als Modell-Kita gebaut worden, daran wollen wir wieder anknüpfen“, sagt Pastorin Frey-Ranck.

Auch das Gemeindezentrum soll einladender werden und einen neuen großen Jugendraum im behindertengerechten Erweiterungsbau erhalten. Geplant ist zudem, das Kirchenbüro von der Plöner Straße an die Tizianstraße zu verlegen. Das Ziel ist eine engere Verzahnung der Familien-, Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde mit den Kitas.

„Wir stehen auf zwei Beinen. Es gibt offene gesellschaftliche Angebote wie die Kitas und daneben religiöse Angebote für alle Altersstufen. Das halten wir für eine große Stärke“, sagt Pastorin Frey-Ranck.

Der etwa 300 000 Euro teure Anbau am Gemeindehaus soll im Spätherbst fertig sein. Bereits abgeschlossen ist der Bezug eines Pastorats für Pastor Nikolaj Dusek ganz in der Nähe an der Van-Dyck-Straße. Für den Kita-Ausbau sind 700 000 Euro veranschlagt. Die Fertigstellung ist hier für Ostern 2019 geplant.

Finanziell traut sich die Gemeinde das Projekt zu. Sie hat einen ausgeglichenen Haushalt, schöpft alle Finanzierungszuschüsse aus, die Bauzinsen sind noch günstig. Isabel Frey-Ranck: „Alle diese Entscheidungen über Veränderungen fielen nicht am grünen Tisch.“ Die Gemeinde sei bei dem Prozess gecoacht worden. Etwa 100 Gemeindemitglieder beteiligten sich bei der Vorstellung der Ergebnisse.

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