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Luftbild-Auswertung : Bombensuche in der Böcklersiedlung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Baugenossenschaft Holstein investiert zwei Millionen Euro in Neubau

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 05:00 Uhr

Die Runderneuerung in der Böcklersiedlung geht weiter. Rund zwei Millionen Euro will die Baugenossenschaft Holstein in den Neubau eines dreigeschossigen Wohnblocks an der Max-Richter-Straße investieren. In dem Neubau sollen 15 Zwei-Zimmer-Wohnungen vorzugsweise für Senioren oder junge Paare entstehen. Aber vor dem ersten Spatenstich schauen allerdings die Kampfmittelexperten vorbei.

Bei der Auswertung von Luftbildern hatten Experten diverse Bombentrichter in unmittelbarer Nähe des jetzt abgerissenen Blocks ausgemacht, auf dem das neue Gebäude entstehen soll. Um auf Nummer sicher zu gehen, werde jetzt der Boden im Umfeld der Baustelle mit Metalldetektoren untersucht, erklärte gestern BGH-Prokurist Carsten Henning. Er geht allerdings davon aus, dass das Gelände von den Experten in den kommenden Tagen freigegeben wird. Ohnehin liegt die Baustelle derzeit brach; erst im kommenden Frühjahr sollen die Bauarbeiten beginnen.

Die Auswertung von Luftbildern ist bei größeren Bauprojekten in der Böcklersiedlung Routine. Der komplette Stadtteil war Anfang der 50er-Jahre auf dem Gelände des ehemaligen Wehrmachts-Flughafens errichtet worden, der in den letzten Kriegsmonaten wiederholt das Ziel von Bombenangriffen der Alliierten gewesen war. Tatsächlich waren in den vergangenen Jahrzehnten in der Böcklersiedlung aber keine Munitionsrückstände oder Blindgänger mehr gefunden worden.

Die Max-Richter-Straße war erst im vergangenen Sommer für rund 600 000 Euro komplett erneuert und durch neue Parknischen, breite Fußwege und Bauminseln ausgeschmückt worden. Bereits vor drei Jahren hatte die Wobau an der Straße einen kompletten Wohnblock abreißen und an derselben Stelle neu aufbauen lassen.

Auch der neue Block der BG Holstein ersetzt einen Altbau aus den frühen 1950er-Jahren. Das Altgebäude wurde in den vergangenen Tagen abgerissen; inzwischen ist die Baugrube geräumt. Das Abbruchunternehmen hat in den vergangen Tagen rund 1300 Tonnen Bauschutt abgefahren. Zu dem Abbruch und Neubau hatte sich die BG Holstein entschieden, nachdem klar geworden war, dass eine wirtschaftliche Sanierung nicht mehr möglich war: Der Zuschnitt der Wohnungen hätte die Kosten für einen barrierearmen Umbau in die Höhe getrieben, sagte Henning. Auch energetisch wäre das Gebäude aus den 50erJahren nicht mehr auf den Stand der Technik zu bringen gewesen.

Im Neubau soll es dagegen ausschließlich Wohnungen mit durchgehend schwellenfreiem Zugang zu Fahrstuhl, den Wohnräumen und den neuen Balkonen geben. Statt der bisherigen Gastherme in den einzelnen Wohnungen ist der Anschluss an die Fernheizung vorgesehen. Der neue Block soll sich optisch an der bestehenden Bebauung orientieren und nach Plan im Frühjahr 2015 bezugsfertig sein.

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