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Sager-Viertel : „Bombe“ erwies sich als Stahlträger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein verdächtiger Bodenfund am Courier-Haus rief den Kampfmittelräumdienst auf den Plan. Die Abrissarbeiten im Sager-Viertel haben die Fabrikstraße erreicht.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | Sicher ist sicher – das gilt auch auf der Großbaustelle beim Abbruch des Sager-Viertels. Als bei der Bodensondierung ein Sonar anschlug, rückte extra der Kampfmittelräumdienst aus Groß Nordsee an. Schließlich waren das alte Courier-Haus und Teile der Tuchfabrik C. Sager Söhne im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bomber in Schutt und Asche gelegt worden. Der vermeintliche Blindgänger erwies sich als alter Stahlträger.

Bis zu 100 Bauarbeiter verschiedener Firmen entkernen zurzeit die Häuserzeile Am Teich. Die Stoffe und der Bauschutt werden dabei strikt getrennt und für ein Recycling sortiert. So wird der Beton in einem großen Steinbrecher vor Ort geschreddert und zur Befestigung des Untergrunds eingesetzt. Die gemahlenen Ziegel werden im Wegebau verwertet und nach Rendsburg abtransportiert. Die gelben Pflasterklinker der Gehwege sind sorgsam aufgenommen worden und werden von Stadt an anderer Stelle verbaut.

„Die Devise lautet Verwertung vor Entsorgung. Das schont Rohstoffe und spart auch Lkw-Verkehr ein“, sagte Abbruchunternehmer Bernd Hagen aus Neumünster. Immerhin werden für den Abbruch im Sager-Viertel rund 60 000 Tonnen Material bewegt, bei den anschließenden Erdarbeiten sind es noch einmal so viel. Das macht rund 30 Lkw-Touren pro Tag.

An der Kaiserstraße steht schon kein Gebäude mehr, die Abrissarbeiten haben die Fabrikstraße erreicht. „Das wird noch etwa zwei Wochen dauern, dann wandern wir an den Teich“, sagte Polier Uwe Struck. Die Abrissexperten werden sich vom Haus Am Teich 7 zum Gänsemarkt hin vorarbeiten. Den Abschluss bildet dort das Courier-Haus, das erst im Juni an der Reihe ist. „Die heiße Phase mit einer Vollsperrung Am Teich ist beantragt, der genaue Termin nach Pfingsten muss noch mit der Stadt abgestimmt werden“, sagte der bei ECE zuständige Bauleiter Georg Monheim: „Wir müssen hier Rücksicht auf die Holstenköste nehmen.“

Der Wiederaufbau startet schon am kommenden Montag, 5. Mai. Dann wird die Baustelle für das neue Parkhaus an der Kaiserstraße eingerichtet und ein großer Baukran aufgestellt.

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