Rendswühren : Bokhorst: Kinder bleiben im Wald

Zunächst einmal dürfen die Kinder im Bokhorster Waldkindergarten weiter durch den Wald sausen. Eine Entscheidung über die Genehmigung zur Aufstellung oder des Standortes des Bauwagens als Schutzraum steht noch aus.
Zunächst einmal dürfen die Kinder im Bokhorster Waldkindergarten weiter durch den Wald sausen. Eine Entscheidung über die Genehmigung zur Aufstellung oder des Standortes des Bauwagens als Schutzraum steht noch aus.

Erstes Gespräch trägt Früchte: Bauwagen soll neuen Standort erhalten

shz.de von
22. Mai 2015, 06:30 Uhr

Rendswühren | Der Bokhorster Waldkindergarten darf vorerst im Forst von Harry von Bülow bleiben. Das ist das Ergebnis einer Begehung mit Vertretern von Bauamt, Forst- und Unterer Naturschutzbehörde des Kreises Plön sowie den Betroffenen.

Das Plöner Umweltamt hatte gefordert, dass der Waldkindergarten auf die Bokhorster Kirchenwiese umziehen müsse. Die Kinder seien zu laut im Wald, würden scheue Tiere vertreiben und durch das Herumtollen den Boden verdichten (der Courier berichtete). Ins Rollen gekommen war die Sache, weil die Kita einen Bauwagen als Unterschlupf aufstellte und dafür einen Antrag beim Kreis stellte. Ohne einen Schutzraum darf ein Waldkindergarten nämlich nicht betrieben werden.

Dass die Kinder den Wald räumen sollten, hatte in Bokhorst für Aufruhr gesorgt. Deswegen fand nun ein Ortstermin statt. Nach den aktuellen Bauvorschriften und Vorgaben aus dem Landeswaldgesetz müssten die Kinder aus der Bokhorster Waldkindergartengruppe auf ihren Bauwagen als Schutzraum verzichten. Zumindest dürfte der Bauwagen nicht direkt am Lagerplatz im Wald stehen. Zur Verhütung von Waldbränden, zur Sicherung der Waldbewirtschaftung und der Walderhaltung ist das so vorgesehen.

Björn Demmin, Pressesprecher des Kreises Plön, erklärte gestern: „Nach wie vor halten Kreis Plön und Forstbehörde einen Standort des Bauwagens am Waldrand für eine naheliegende Lösung. Denn damit wird zum einen den rechtlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen und zum anderen besteht eine ausreichende Nähe zum Wald, um die Aktivitäten der Kinder, die auch bisher weder eingeschränkt noch verboten waren, aufrecht erhalten zu können. Fest steht, dass der Bauwagen bis zur Klärung an seinem jetzigen Standort verbleiben kann.“

Schillsdorfs Bürgermeister Heinrich Danker zeigte sich nach dem Gespräch zunächst erleichtert. Grundsätzlich, so Danker, spreche nichts gegen den Betrieb des Waldkindergartens. Nur die baurechtliche Frage für die Aufstellung des Schutzwagens oder eines alternativen Standortes müsse noch gelöst werden. Zunächst könnte ein Antrag auf Fristverlängerung der Betriebserlaubnis für den Waldkindergarten helfen, Ruhe in die Situation zu bringen, so die Empfehlung aus Plön. Damit ist auch Pastorin Ulrike Witte zufrieden. Sie vertritt die Kirchengemeinde als Träger. Damit hätten die Betroffenen Zeit, eine Lösung zu finden. Letztlich müsse für die Frage nach der Gestaltung und Genehmigung der Schutzräume für Kinder in Waldkindergärten eine Antwort auf Landesebene gefunden werden. „Ich freue mich jedenfalls für die Kinder, wenn diese dort bleiben dürfen und nicht auf die Wiese umziehen müssen", meinte Waldbesitzer Harry von Bülow. Zurzeit sind am Bokhorster Kindergarten und damit auch an der Waldkindergartengruppe die Gemeinden Rendswühren, Schillsdorf, Großharrie und Tasdorf beteiligt. Die zukünftige Gestaltung des Waldkindergartens soll jetzt im Kindergartenbeirat weiter besprochen werden.

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