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Bönebütteler erzählten über ihr (neues) Zuhause

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Heimat war das Thema auf dem Gemeindefest / Berichte, Tänze und Musik einten verschiedene Nationalitäten

von
erstellt am 24.Sep.2015 | 10:32 Uhr

Beim Bönebütteler Gemeindefest ging es nicht nur um Willkommensgeschichten und Fremdsein. Zum Thema Zuhause früher in Polen und heute in Bönebüttel erzählten Hans Kruse und Erika Borowski. Der 12-jährige Ahmad Nazari aus Afghanistan berichtete, wie er Bönebüttel als ein Stück Heimat erlebt. Außerdem hatten sich die Kindergartenkinder mit dem Thema beschäftigt und kleine „Zuhause“ gebastelt. Über 100 Menschen erlebten einen interessanten Nachmittag.

Die Jugendlichen aus dem Jugendtreff haben mit einer Weltkarte, auf der die Gäste ihre Herkunft markieren konnten, und internationalen Kuchen mitgemacht. Dazu gab es Irish Folk und einige Shantys von der Band Triology of Voice mit Olaf Jacobsen, Jessy Bielenberg und Markus Völker. Die Husberger Tanzgruppe sorgte für schwungvolle Zwischenspiele und bei der Feuerwehr durften die Kinder am Handlöscher erleben, das Wasser ganz grenzenlos überall Feuer löschen kann. Die Pfadfinder hatten als Symbol ihr tragbares Zuhause aufgebaut, das ihnen auf Tour Schutz und ein Stück Zuhause bietet.
  Wie denn das Thema „Heimat in Bönebüttel“ im Alltag aussieht, dazu erzählten die Afghanen Ahmad Nazari (12) und die Brüder Hamid (16) und Navid Faizi (17), wie sie ihr neues Stück Heimat erleben. Ahmad Nazari lebt bereits seit drei Jahren in Deutschland. Die Familie hat die Anerkennung als Asylanten.

Seit zwei Jahren lebt er mit seiner Familie in Bönebüttel und spricht inzwischen so gut Deutsch, dass er auch dolmetschen kann. Immerhin möchte der junge Afghane einmal Herzchirurg werden. „Dafür lerne ich jeden Tag“, sagt der 12-Jährige, der die Gemeinschaftsschule in Brachenfeld besucht. Bönebüttel sei für ihn längst ein schönes Stück Zuhause geworden, sagte er.

Die Brüder Hamid und Navid Faizi sind erst seit vier Monaten in Deutschland, haben eine lange Reise zu Fuß hinter sich und hoffen jetzt, ein wenig anzukommen. Der Vater wurde von den Taliban bedroht. Gut zwei Monate hat der Irrweg der Flucht aus dem Süden Afghanistans durch den Iran, die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn, Österreich und zuletzt nach Deutschland gedauert.

„Deutschland und auch die Menschen hier in Bönebüttel sind viel freundlicher, als wir dachten“, erklärten die Brüder. „Wir fühlen uns hier gut aufgehoben, auch wenn sich die Gedanken noch viel um die alte Heimat, die Freunde und die Zukunft drehen, meinen die jungen Männer. Anwalt würde er gern werden“, sagte Navid Faizi. Sein Bruder Hamid würde es gern mit Pharmakologie versuchen. Allerdings wäre Fußballstar auch nicht schlecht, meinte der sympathische junge Afghane. Schließlich müsse man auch Träume haben. „Vielleicht ohne Kriege“, meinte Ahmad Nazari, das wäre ein schöner Traum.

 


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