Bönebüttel : Bönebüttel will Planungssicherheit

Dirk Kock-Rohwer (rechts) wurde während der Sitzung von Bürgermeister Udo Runow erneut für sechs Jahre als Gemeindewehrführer vereidigt.
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Dirk Kock-Rohwer (rechts) wurde während der Sitzung von Bürgermeister Udo Runow erneut für sechs Jahre als Gemeindewehrführer vereidigt.

Die neue Entscheidung zum Windkraftausbau verunsichert die Ortspolitiker. Sie verlängerten die Veränderungssperre, um Zeit zu gewinnen.

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28. Januar 2015, 07:00 Uhr

Bönebüttel | Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Schleswig, in dem die bisherigen Regionalpläne zum Windkraftausbau wegen Rechtsfehlern gekippt wurden, kommen viele Gemeinden ins Trudeln. Auch in der Gemeinde Bönebüttel machen sich die Ortspolitiker jetzt Gedanken. Denn sollte das Urteil in wenigen Wochen Rechtskraft erlangen, sind die bisher ausgewiesenen Windkrafteignungsflächen im Prinzip hinfällig. Planer könnten dann im Außenbereich sogenannte privilegierte Bauanträge auf den Weg bringen.

„Das hätte möglicherweise unschöne Folgen“, erklärte Evelyn Krüger von der Stadtplanung aus Neumünster am Montagabend auf der Sitzung der Bönebütteler Gemeindevertretung. Nicht nur eine mögliche Verspargelung der Landschaft, sondern auch die bisher im Bönebütteler Planungsgebiet angestrebten Abstände von 800 Metern zu Wohnbebauungen wären damit hinfällig.

„Wir wollen uns die Planungshoheit nicht aus der Hand nehmen lassen“, sagte Bönebüttels Bürgermeister Udo Runow. Zunächst sprachen sich Bönebüttels Ortsvertreter deshalb für eine einjährige Verlängerung der bestehenden Veränderungssperre im Planungsgebiet am Waldstück Hölle aus. Außerdem soll ein Bebauungsplan entwickelt werden, in dem der Bau möglicher Windenergieanlagen geregelt wird. Im bisherigen Planungsgebiet bestehen außerdem noch Einwände der Unteren Naturschutzbehörde Plön und des Archäologischen Landesamtes. Hierzu soll es möglichst noch im Februar Gespräche geben, sagte Evelyn Krüger.

„Durch die beschlossene Verlängerung der Veränderungssperre bleibt die Bauleitplanung in Händen der Gemeinde“, erklärte Runow. Das verschaffe der Gemeinde Zeit, auf die neue Rechtslage zu reagieren und in Ruhe mit einer Überplanung der Flächennutzungspläne und Aufstellung erforderlicher Bebauungspläne zu beginnen.

Außerdem stimmten Bönebüttels Gemeindevertreter einstimmig der Wiederwahl von Bönebüttels Gemeindewehrführer Dirk Kock-Rohwer zu, der von Udo Runow für weitere sechs Dienstjahre als Ehrenbeamter vereidigt wurde.

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