Neumünster : Blutiger Beziehungsstreit

Die Polizei hat den Tatort abgesperrt.
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Die Polizei hat den Tatort abgesperrt.

Weil sie auf dem Sofa schlafen wollte, stach ein 34-Jähriger seiner Freundin ein Messer in den Bauch.

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14. Juni 2018, 08:01 Uhr

Neumünster | Sie war vor ihrem Freund bereits ins Frauenhaus geflüchtet. Als er bettelte, kam sie zu ihm zurück. Auch wegen der drei gemeinsamen Kinder. Das hat Sabrina S. (25) nun beinahe mit ihrem Leben bezahlt.

Blutiger Beziehungsstreit in der Kieler Straße: Lebensgefährte Hamid M. (34) soll der Freundin ein Messer in den Bauch gerammt haben. „Nach ersten Erkenntnissen eskalierte in der gemeinsamen Wohnung ein Streit“, sagte Polizeisprecherin Finja Böttke. „Bei diesem Streit wurde die junge Frau mit einem Messer attackiert.“

Überall in dem Mehrfamilienhaus waren die furchtbaren Schreie zu hören. Nachbarin Kerstin Kahl (28): „Sabrina schlug gegen unsere Tür, ich habe sie reingelassen. Es war ja nicht der erste Streit. Immer wieder hat er sie und die Kinder verprügelt.“

Doch diesmal steckte ein Messer im Bauch der jungen Mutter. „Sie zog es selbst heraus, das Blut lief auf den Boden“, erzählt Kahl. „Es war furchtbar. Wir haben sofort die Polizei gerufen.“

„Ich hatte das Gefühl, er hatte keine Lust auf die Kinder“

Glück für Sabrina S. war, dass es zur gleichen Zeit in der Straße einen Autounfall gegeben hatte. Ein Nachbar lotste die Rettungsassistenten von dort zur der lebensgefährlich Verletzten. „Sie wurde ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus eingeliefert“, so die Polizeisprecherin.

Was war der Grund für den Streit? Nachbarin Kerstin Kahl: „Sabrina wollte lieber auf dem Sofa schlafen. Da wurde er wütend, hat ihr an den Haaren gezogen und sie geschlagen. Dann lief er in die Küche, kam mit einem Messer zurück.“

Hamid M. und Sabrina S. waren seit fünf Jahren ein Paar, haben drei gemeinsame Kinder. Zwei Söhne (3 und 2) und eine Tochter (zehn Monate). Doch der Lebensgefährte aus Afghanistan ließ die junge Mutter oft allein. „Ich hatte das Gefühl, er hatte keine Lust auf die Kinder, war lieber mit seinen Freunden zusammen. Allerdings sperrte er sie dann ein, beschimpfte sie als Hure.“

Hamid M. ließ sich laut Polizei widerstandslos festnehmen. Polizeisprecherin Böttke: „Die Kripo ermittelt wegen versuchten Totschlags. Der 34-Jährige soll dem Haftrichter vorgeführt werden.“

Sabrina S. liegt auf der Intensivstation. Um die Kinder kümmert sich das jetzt Jugendamt.

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