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Eisregen : Blitzeis: Neumünster kam glimpflich davon

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Trotz Schnee und Eis hatten Polizei und Rettungsdienst kaum Einsätze zu vermelden / Winterdienst sorgte zeitig für Sicherheit

von
erstellt am 08.Jan.2016 | 18:02 Uhr

Neumünster | Die Neumünsteraner hatten sich gestern auf den Schnee und den Eisregen offenbar gut eingestellt. Obwohl es an manchen Stellen besonders in den Morgenstunden zum Teil spiegelglatt war, gab es laut Polizei und Rettungsdienst nur einen Verkehrsunfall und relativ wenige Stürze. Auch der frühe Einsatz des Winterdienstes habe offenbar dazu beigetragen, dass Neumünster glimpflich davon kam.

Nur einen echten Glätteunfall musste die Polizei gestern im Stadtgebiet aufnehmen: Laut Polizeisprecher Sönke Hinrichs verlor ein BMW-Fahrer gegen 5.50 Uhr aufgrund der Glätte auf dem Haart in Höhe der Hausnummer 148 die Kontrolle über seinen Wagen, drehte sich und prallte gegen eine Laterne. Der Mann wurde dabei leicht verletzt. „Er klagte über Nackenschmerzen“, so der Polizeisprecher. Das Auto musste abgeschleppt werden.

Besonders erfreulich verlief der Tag für die Autobahnpolizei. „Wir hatten nicht einen einzigen Glätteunfall – nicht einmal morgens im Berufsverkehr“, berichtetet Polizeihauptkommissar Norbert Dohm. „Offenbar haben die Autofahrer ihre Fahrweise darauf eingestellt oder ihr Auto gleich stehen gelassen, nachdem der Eisregen tagelang angekündigt worden war“, meinte der Polizist. Gleichzeitig lobt er die Straßenmeisterei. „Es wurde sehr rechtzeitig gestreut, so dass die Fahrbahn im Grunde permanent eisfrei war“, so Dohm.

Die Feuerwehr – inklusive Rettungsdienst – musste insgesamt fünf mal witterungsbedingt ausrücken: „Wir hatten nur drei Stürze von 7 bis 9 Uhr über das gesamte Stadtgebiet verteilt“, erklärte Marc Kutyniok, Einsatzleiter der C-Schicht. Ein Klassiker war auch dabei: Ein Mann hatte morgens „nur mal eben den Müll rausbringen“ wollen und war sofort ausgerutscht, berichtete er anschließend den Einsatzkräften.

Zusätzlich beschäftigten die Berufsfeuerwehr zwei Wasserrohrbrüche. Durch die Kälte der vergangenen Tage war an der Rendsburger Straße in einem Haus ein Wasserrohr geplatzt. Beim Anstieg der Temperaturen lief das Wasser dann am Vormittag aus. Bereits gegen 7.15 Uhr eilte die Feuerwehr außerdem zur Holsten-Galerie, wo der Frost ein Rohr der Sprinkleranlage beschädigt hatte.

Auch Henrik Schlüter, Leitender Oberarzt der Notaufnahme im Friedrich-Ebert-Krankenhaus, zog eine positive Bilanz. „Es kamen aufgrund der Witterung rund ein Fünftel mehr Patienten in die Notaufnahme als an normalen Tagen“, sagte der Mediziner. 18 Patienten stellten sich bis zum Nachmittag vor, darunter waren Menschen mit gebrochenem Hand- oder Sprunggelenk sowie Prellungen. „Das ist im Vergleich zu Tagen mit plötzlichem Blitzeis, wo die Leute im Minutentakt in der Notaufnahme kommen, eher wenig“, meinte Schlüter. Dass viele den Gang vor die Tür gestern scheuten, merkten auch die Marktbeschicker. „Es ist deutlich weniger los. Nur die ältere Generation kommt. Die ist halt härter im Nehmen“, meinte Uwe Seismann aus Rendswühren, der mit Obst und Gemüse seit 1980 auf dem Markt steht. Gleichzeitig lobte er den Winterdienst der Stadt: „Der Großflecken war gut geräumt. Das klappt in Neumünster wunderbar.“

Allerdings machten den Marktkunden noch Eisbrocken zwischen dem Kopfsteinpflaster zu schaffen. Ebenso war es auf dem Bahnhofsvorplatz, wo auch immer wieder einzelne Eisplatten die Fußgänger straucheln ließen.

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