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Stadtgestaltung : Blick zurück im Fleckenfenster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Runder Tisch Kleinflecken will das Marktmeisterhäuschen zur Ausstellungsecke machen. Wer möchte Interessantes zum Kleinflecken zeigen?

von
erstellt am 29.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Der Kleinflecken bekommt einen neuen Hingucker: Mit Unterstützung der Stadt und zahlreicher Sponsoren aus der Nachbarschaft hat der „Runde Tisch Kleinflecken“ das alte Marktmeisterhäuschen am Südende des Platzes aufgemöbelt. In den Fenstern des Halbrondells sollen künftig wechselnde Ausstellungen neue Ansichten, Aussichten oder Einsichten über den 2011 neu gestalteten Platz vermitteln.

Den Anfang macht eine Minischau mit fünf großformatigten Schwarz-Weiß-Aufnahmen des früheren Courier-Fotografen Walter Erben. Die Fotos zeigen das Treiben auf dem Wochenmarkt in den 50er-Jahren und 60er-Jahren, als die Zeiten noch entbehrungsreich waren und der Markt noch eine zentrale Rolle bei der täglichen Versorgung spielte: Dick vermummte Fischverkäuferinen, die sich bei eisiger Kälte an einem selbstgebastelten Ofen die Hände wärmen, Kinder, die sich fasziniert um ein Gatter mit Hühnern und Kaninchen drängen, ein Kartoffelhändler der gewissenhaft eiserne Gewichte auf eine große Waage schiebt. Fast sechs Jahrzehnte lang prägte der Wochenmarkt das Leben auf dem Kleinflecken.

Die Bilder sollen bis Mai zu sehen sein. Zum Start der Gildewochen werden sie durch neue Fotos ersetzt, die den engen Bezug der Gilden zum Kleinflecken dokumentieren. Traditionell ist der Kleinflecken mit seiner Gildeeiche alljährlich Aufmarschplatz der Vogelschützen. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Am Runden Tisch denkt man über einen Malwettbewerb an Schulen, oder eine kleine Schau von Kunstgemälden nach, die den Kleinflecken als Thema haben.

Die Idee, das 1953 entstandene Marktmeisterhaus „in irgendeiner Form zu nutzen, hatten wir schon seit einiger Zeit“ erklärte Simone Bremer gestern bei der Vorstellung des Fleckenfensters. Das unter Denkmalschutz stehende Backsteingebäude biete mit seinen Fenstern eine ideale Ausstellungsfläche, sagt die Pastorin der Vicelingemeinde, eine der treibenden Kräfte am Runden Tisch Kleinflecken.

In dem lockeren Verbund treffen sich seit drei Jahren engagierte Anlieger und Bürger, um den 2011 aus seinem Dornröschenschlaf erlösten Platz als Treffpunkt für Bürger und Nachbarschaft zu etablieren. Der lange Zeit als toter Parkplatz missbrauchte Kleinflecken soll nach seiner Umgestaltung endlich wieder seine ursprüngliche Funktion als lebendiger Mittelpunkt im Quartier zurückerhalten und zu einem Treffpunkt werden, an dem man sich gerne aufhält. „Die Menschen und Nachbarn sollen sich mit ihrem Platz wieder identifizieren können“, hofft Monika Krebs, Ideengeberin des Fleckenfensters. Das stärke auch die Nachbarschaft.

Dort hat man den Wert der Bemühungen offenbar längst erkannt: Zahlreiche Geschäftsleute und private Anlieger haben das Projekt Fleckenfenster mit Geld- und Sachspenden unterstützt.

Wer weitere Ideen für die Gestaltung des Fleckenfensters hat oder mehr über den Runden Tisch erfahren möchte, kann Simone Bremer unter Tel. 4 27 92 erreichen.

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