zur Navigation springen

Kommentar : Bitte jeden Tag ein Dankeschön nach Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Courier-Redaktionsleiter Thorsten Geil findet, das Land sollte eine faire Lösung für Neumünster in der Flüchtlingsfrage finden

Neumünster | Natürlich ist es eine Ausnahmesituation, mit der die Verwaltungen in Deutschland auf allen Ebenen zu kämpfen haben. Niemand war vorbereitet auf die Aufnahme von so vielen Flüchtlingen. Allerdings bekommt man langsam den Eindruck, dass in der Landesregierung von Schleswig-Holstein eine gewisse Ratlosigkeit vorherrscht.

Zum Prinzip unseres Staates gehört die Gleichheit der Verhältnisse, darum gibt es zum Beispiel die Finanzausgleiche. In der Flüchtlingsfrage hat man dafür in Kiel aber offenbar keinerlei Gespür. Natürlich war es die reine Verzweiflung, den Neumünsteranern das Privileg zu kippen, keine Flüchtlinge dauerhaft unterbringen zu müssen. Aber guckt denn dort niemand auf die Zahlen? 40 Prozent aller Flüchtlinge in schleswig-holsteinischen Erstaufnahmeeinrichtungen leben in Neumünster (etwa 5100 von 12 300, Stand von Mittwoch). Und da sind die 1700 in Boostedt, also im direkten Umland, noch nicht berücksichtigt: Dann sind es sogar 55 Prozent. Hinzu kommen 300 minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern, die in Neumünster untergebracht und betreut werden. Das alles geschieht hier ohne Murren (Stichwort Turnhalle der GS Brachenfeld). Wie kann man in Kiel überhaupt auf die Idee kommen, Neumünster jetzt auch noch dafür zu bestrafen?

Es gibt nur eine vernünftige und vor allem faire Lösung: auf Dauer keine Zuweisung nach Neumünster. Und zusätzlich sollten Herr Albig und Herr Studt jeden Tag ein Dankeschön in Richtung Schwale seufzen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 09.Okt.2015 | 15:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen