Bitte ein mildes Urteil!

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17. Mai 2016, 22:54 Uhr

Ja, Hein gibt es offen zu, auch für seinen Geschmack – oder besser sein Gerechtigkeitsempfinden – wird in deutschen Gerichtssälen viel zu oft „auf Bewährung“ entschieden, wo eigentlich ein mehr oder minder kräftiger Denkzettel angebracht wäre. Und dennoch: Strafe ist nicht alles, mitunter sollte auch einen Mahnung ausreichend sein: In seiner Lieblingszeitung las er jetzt von einem 90-jährigen Rentner, der vor vier Jahren seinen Führerschein abgegeben hatte. Damit war er bislang offenbar gut gefahren, bis zu dem Tag als er haarscharf nahe daran war, den Geburtstag seiner Frau zu verbaseln! Das ging natürlich nicht. In seiner Verzweiflung besorgte sich der Mann heimlich den Autoschlüssel seines Schwiegersohns, um doch noch schnell die obligatorischen Rosen zu besorgen. Und es kam, wie es kommen musste: In seiner Aufregung schob der Rentner drei Straßen weiter auf einem Parkstreifen zwei Autos aufeinander. Jetzt soll er wegen Fahrens ohne Führerschein vor Gericht – und Hein wünscht ihm von Herzen milde Richter: Ja, die Fahrt zum Blumenladen war ein Fehler, und natürlich muss er für den Schaden geradestehen – aber seine Motive waren doch nun wirklich ehrenwert oder?
Guten Tag, bis morgen!

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