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MBA Wittorferfeld : Bio-Müll wird nach Lübeck gefahren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

10 000 Tonnen konnten 2016 wegen fehlender Vergärungsanlage nicht verarbeitet werden / Mehr Kunden gaben mehr Abfall ab

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 08:18 Uhr

Neumünster | Der in Neumünster anfallende Bioabfall konnte im vergangenen Jahr nicht vollständig von der Kompostierungsanlage der Bio-Abfall-Verwertungsgesellschaft (BAV, eine Kooperation zwischen dem Wege-Zweckverband des Kreises Segeberg und den Stadtwerken) verarbeitet werden. 10000 Tonnen mussten nach einer Ausschreibung in andere, nicht ausgelastete Anlagen transportiert werden. „Den Zuschlag erhielten die Vergärungsanlagen in Lübeck und Borgstedtfelde im Kreis Rendsburg-Eckernförde“, teilte MBA-Geschäftsführer Dr. Norbert Bruhn-Lobin gestern mit.

Ein Problem sei das für ihn aber nicht: „Da wir den Bau einer eigenen Bioabfall-Vergärungsanlage aus Kostengründen vorerst auf Eis legen mussten, sind wir froh, dass zumindest ein Teil  des Bioabfalls in anderen Vergärungsanlagen energetisch verwertet wird. So leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz“, fügte Bruhn-Lobin an. Die Planungen für eine neue Anlage auf dem Gelände an der Altonaer Straße  liefen aber weiter, eine Genehmigung habe man bereits  in der Schublade. In drei bis fünf Jahren müsse erneut über einen Neubau entschieden werden, denn die Müll-Mengen stiegen, mahnte der Geschäftsführer.

Auf dem  Recyclinghof  wurden im vergangenen Jahr gut 44000 Anlieferungen registriert. Das waren im Vergleich zum Vorjahr knapp 4000 oder 10 Prozent mehr. Die Abfallmenge nahm um 400 Tonnen (knapp 4 Prozent) auf rund 10500 Tonnen zu.  Den größten Anteil hatten Gartenabfälle mit fast 44 Prozent, der Anteil des Restmülls ging weiter zurück.

„Wittorferfeld hat sich vom Abfallhof zu einem modernen Recyclingbetrieb gewandelt. Wir nehmen nicht nur einfach Garten-, Rest- und Bauabfall an, sondern bieten ein breites Leistungsspektrum  an Dienstleistungen wie das Vernichten von Akten, die Entsorgung von Schadstoffen  oder die Verwertung von Elektroschrott. Außerdem verkaufen wir auch immer mehr Kompost, Mulchmaterial, Kies und Pflanzerde“, betonte gestern Torsten Höppner, Geschäftsführer der BAV. In der Kompostieranlage entstanden 2016 rund 13500 Tonnen Kompost, der mit dem Gütesiegel der Bundesgütegemeinschaft ausgezeichnet ist. 99,9 Prozent davon nahmen Landwirte aus der Umgebung ab. Sie nutzen ihn zur Düngung und Bodenverbesserung.

Probleme bereitet den Mitarbeitern des Abfallwirtschaftszentrums allerdings zunehmend falsch sortierter Müll. So liegt die sogenannte Fehlwurfquote bei Papier zwar unter 5 Prozent, bei Biomüll aber bei etwa 10 und bei den Gelben Säcken gar bei 30 Prozent.

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